Erklenzer Unternehmer stellt Online-Plattform vor Medizinbrücke für die Ukraine

Erkelenzer Land · Der Erkelenzer Unternehmer Stefan Krojer stellt eine neue Online-Plattform vor, die Krankenhäusern in der vom Krieg betroffenenen Ukraine gezielt helfen kann.

 In urkainischen Krankenhäusern fehlt es an nötigen Medikamenten und Instrumenten. Hilfe kommt nun online.

In urkainischen Krankenhäusern fehlt es an nötigen Medikamenten und Instrumenten. Hilfe kommt nun online.

Foto: dpa/Uwe Anspach

„Meldungen aus der Ukraine über den Beschuss militärischer und ziviler Einrichtungen, darunter auch Krankenhäuser, reißen seit Wochen nicht ab. Die Gesamtlage verschlechtert sich zunehmend, die Versorgung der Bevölkerung wird immer schwieriger. Das gilt auch für die Medizin.“ Stefan Krojer aus Erkelenz sagt das. Er ist Gründer des Unternehmens Zukunft Krankenhaus-Einkauf (ZUKE) und stellt nun das Projekt Medical Brigde vor.

Laut Krojer ist der Berliner Mediziner Henning Thole einer der Ideengeber. Das Ziel soll lauten, in der Ukraine noch gezielter helfen zu können. Denn: Diabetiker, Epileptiker und krebskranke Menschen erhalten in der Ukraine keine Medikamente mehr. Der Sauerstoff wird knapp, für wichtige Operationen fehlen OP-Bestecke und andere Instrumente. Wie der Erkelenzer Stefan Krojer weiter betont, soll eine neue Internet-Plattform sicherstellen, dass auch das ankomme, was tatsächlich benötigt werde. „Bisher werden Medikamente und Medizinprodukte nicht gezielt versendet, sondern je nach Quelle und Adressat dorthin, wo gerade Kontakte bestehen.“ Auf der Plattform, so Krojer weiter, können Materialspenden eingespielt werden und von Krankenhäusern nach tatsächlichem Bedarf bestellt werden. Stefan Krojer: „Unsere Plattform, die cloudbasiert, multilingual und datenschutzkonform ist, funktioniert auch dann, wenn das Krankenhaus beschädigt oder die IT ausgefallen ist.“ Die neue Plattform sei kompatibel für alle Krankenhäuser, ohne dass sie erst Schnittstellen programmieren müssen, zudem sei das System frei verfügbar und erreichbar. Thole: „Wir bieten ein medizinisches Bestellsystem für das Smartphone in der Hosentasche an.“

Die Logistik organisiert die Plattform Medical Bridge zusammen mit einem dafür spezialisierten Pharma-Großhändler und den Profilogistikern von DB Cargo und deren Schienenbrücke. Weitere Unternehmen, Händler und Logistiker können angeschlossen werden. Um neben Medikamenten und Medizinprodukten auch medizinische Geräte bedarfsorientiert liefern zu können, finden bereits Gespräche mit weiteren erfahrenen Partnern statt. Dazu erklärt Stefan Krojer: „Wir vermeiden sowohl unnötigen Aufwand beim Programmieren als auch überflüssige oder falsche Lieferungen und beschränken uns auf wirklich Notwendiges.“ Unterstützt wird das Projekt deshalb auch von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), aus deren Netzwerk einige der Spezialisten der Initiative stammen. Henning Thole und Stefan Krojer sagen übereinstimmend: „Wir sind überzeugt, dass die Plattform auch nach dem Krieg beim Wiederaufbau, sowie bei anderen Katastrophenfällen wichtig bleiben wird.“

Mehr zum Thema online unter www.MedicalBridge.eu.

(RP)
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