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Erkelenzer Land: Schwierigkeiten beim Gastronomie-Neustart

Erkelenzer Land : Schwierigkeiten beim Gastronomie-Neustart

Seit Montag dürfen Lokale wieder öffnen. Bei vielen Gastronomen überwiegt noch die Unsicherheit, etwa beim Thema Mund-Nase-Masken. Auch die Informationspolitik der Regierung sehen viele mit kritischen Augen.

Die Erleichterung ist groß, die Unsicherheit bleibt. Unter strengen Auflagen durften am Montag auch im Erkelenzer Land Gastwirte ihre Lokale wieder für den Kundenbetrieb öffnen. Bei der Umsetzung ist allerdings Kreativität gefragt – nicht alle Regeln sind eindeutig.

Verwirrung gibt es beim Thema Maskenpflicht. Für das Personal ist die bindend, an den Tischen müssen die Gäste keine Maske tragen. „Wie das jetzt genau mit den Masken aussieht, wissen wir nicht“, sagt Kim Jansen, die mit ihren Eltern das Japi’s am Wegberger Markt betreibt. „Manche Gastronomen machen es so, dass die Gäste Masken anziehen müssen, wenn sie aufs Klo gehen oder den Laden betreten, bei anderen ist es nicht so.“ Im Hückelhovener Eiscafé Peppino müssen Kunden ihr Eis im Laden etwa mit Maske abholen und dürfen es draußen an den Tischen verzehren.

 Die Informationspolitik der Regierung sehen viele als problematisch an. „Kurzfristig und ein ziemliches Durcheinander“, so beschreibt Senad Thiel, Wirt des Buscher Eck in Hückelhoven, die Situation. Binnen drei Tagen mussten er und sein Team ein Konzept entwickeln, mit dem sie haarklein nachweisen können, wie die Tischordnung mit ausreichendem Abstand funktioniert und welcher Gast wann wo saß. Thiel holt einen 16-seitigen Ordner hervor und sagt: „Wir haben uns zwei Tage lang je elf Stunden lang zusammengesetzt und den entwickelt.“ Auch für Petra Breuer, Chefin des Bistro-Baguetterie am Markt in Erkelenz, ist der Informationsfluss nicht optimal: „Das Traurige ist, dass wir noch gar nicht wissen, wie genau es eigentlich ablaufen soll. Wir sind dabei, uns die Informationen dazu selbst einzuholen.“

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Den Kunden, die sich am Montag in den Lokalen einfanden, machten die Maßnahmen nichts aus. „Wir freuen uns einfach, dass ein Stück Normalität zurückkehrt, man mal mit Freunden gesellig eine Tasse Kaffee trinken kann“, sagte Jennifer Luszczynski. Menschen aus zwei Haushalten dürfen zusammen an einem Tisch sitzen, die Wirte sind verpflichtet, dies zu überprüfen. „Wir dürfen uns aber nicht die Ausweise zeigen lassen. Wir sind also darauf angewiesen, dass die Kunden uns die Wahrheit sagen“, meinte Kim Jansen. Sitzpolster darf sie zum Infektionsschutz nicht mehr auf die Stühle legen – auf Facebook bietet das Lokal den Gästen an, ihre eigenen Kissen mitzubringen. Dass jeder Kunde seine persönlichen Daten hinterlassen muss, ist für die Gäste hingegen kein Problem. „Wir sind mittlerweile so gläsern geworden, da macht das auch nichts mehr aus“, sagte Valeria Bojko, Kundin im Japi’s.

Für den Abend waren die acht Terrassenplätze des Japi’s bereits ausgebucht. Auch Senad Thiel rechnet am Wochenende, wenn er die Fußball-Bundesliga überträgt, mit vielen Gästen: „Wie gut die sich nach ein paar Bierchen an die Regeln halten, das müssen wir abwarten.“

Einen Kommentar zum Thema von Redaktionsleiter Michael Heckers lesen Sie hier.