Frischekur für Event im Erkelenzer Land Erster Raderlebnistag mit 34.000 Radfahrern

Erkelenzer Land · Digital und familienfreundlich: Geschätzte 34.000 Radel-Fans waren bei der Premiere dabei. Was besonders gut ankam und woran die Organisatoren noch wachsen wollen.

 Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Naturpark-Tor in Wassenberg. Dort gab es Kaffee und Kuchen zur Stärkung. 	 Foto: Niederrhein Tourismus

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Naturpark-Tor in Wassenberg. Dort gab es Kaffee und Kuchen zur Stärkung. Foto: Niederrhein Tourismus

Foto: Niederrhein Tourismus

Neustart bestens geglückt – so lautet das Fazit von Niederrhein Tourismus zum ersten Raderlebnistag am vergangenen Sonntag. Dabei handelt es sich um den Nachfolger des Niederrheinischen Radwandertages und einem der größten deutschen Rad-Events. Nach den ersten Schätzungen der Organisatoren sollen rund 34.000 Radler nahezu jeden Alters in 60 Städten und Kommunen am Niederrhein und in den Niederlanden teilgenommen haben. „Dieses tolle Ergebnis zeigt, dass die Neuausrichtung der traditionsreichen Erfolgsveranstaltung auf breite Zustimmung gestoßen ist“, freut sich Martina Baumgärtner, Geschäftsführerin von Niederrhein Tourismus.

Nach der 30. Auflage im Jahr 2023 hatten sich die Verantwortlichen für eine umfangreiche Frischekur entschieden. Neben neuem Namen und Logo wurde jetzt der Erlebnis- und Eventcharakter noch stärker als bisher herausgestellt. Sportlich ambitionierte Radler waren ebenso willkommen wie Familien mit kleineren Kindern – die eher kurze, aber eben auch kurzweilige Strecken bevorzugen. Mehr als 90 Routentipps waren vorab veröffentlicht worden. Die Vorschläge wurden rege genutzt. „Mitunter konnte man den Eindruck haben, als sei die halbe Region auf zwei Rädern unterwegs“, heißt es seitens der Organisatoren. Geradelt wurde unter anderem zwischen Kranenburg, Millingen (NL), Emmerich und Kleve, zwischen Moers, Rheinberg und Kamp-Lintfort, zwischen Schwalmtal, Niederkrüchten, Brüggen und Nettetal oder zwischen Wegberg, Hückelhoven, Wassenberg und Erkelenz. Ob schmucke Altstadt oder Rheinpromenade, ob Xantener Dom oder „Tim Berresheims Bilderreise“ mit Augmented Reality im Heinsberger Land – am Wegesrand gab es jede Menge zu entdecken.

Entgegen der hervorragenden Bilanz von Niederrhein Tourismus ziehen die Städte im Erkelenzer Land ein verhaltenes Fazit. Aus Hückelhoven und Wassenberg ließ man verlauten, dass die Teilnehmeranzahl in den vergangenen Jahren spürbar höher gewesen sei – ohne ersichtlichen Grund, woran es liegen könnte. In Wegberg konnten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung knapp 200 Sonntagsradler begrüßen. Damit sei die Resonanz aber durchaus gut gewesen. Eine wesentliche Neuheit war die Nutzung moderner Tools. „Damit haben wir die Veranstaltung den Gewohnheiten der Smartphone-User angepasst“, so Martina Baumgärtner. „Nicht nur für junge Menschen ist der Einsatz des Smartphone zur Planung und Gestaltung der Freizeit etwas Selbstverständliches geworden.“ Erstmals erfolgte eine digitale Registrierung über das Einscannen von QR-Codes. Die Online-Anmeldung – bereits knapp eine Woche vor dem Event freigeschaltet – bot die Chance auf attraktive Preise. Mitradeln war aber auch ganz spontan und auch ohne Anmeldung möglich. Auf den verschiedenen Routen konnten Fragen per QR-Code abgerufen und per Smartphone richtig beantwortet werden – und weiter ging’s zum nächsten ausgeschilderten Infopunkt mit der nächsten Frage. Das war freilich nicht völlig reibungslos möglich, denn einige ältere Menschen zeigten sich eben nicht ausreichend vertraut mit ihrem Smartphone oder hatten es erst gar nicht dabei. „Einigen Radlern haben wir mit Rat und Tat bei der Anmeldung zur Seite gestanden“, sagt Ulrich Lambertz. In Wegberg war der Raderlebnistag eingebettet in das bunte Stadtfest mit Oldtimertreff, NEW-Kultursommer, Trödel- und Büchermarkt sowie verkaufsoffenem Sonntag.

Und so war es auch gedacht: „Die Veranstaltungen in den Kommunen sollten Anziehungspunkte sein, die in Verbindung mit dem Raderlebnistag Niederrhein organisiert wurden“, sagt Martina Baumgärtner. „Bis auf wenige kleine, technische Herausforderungen, die bei einer solchen Umstellung normal sind, hat die digitale Registrierung gleich bei ihrer Premiere sehr gut funktioniert“, sagt Martina Baumgärtner. Deutlich wurde zudem: Die Organisation insgesamt wird im Hintergrund durch die digitalen Möglichkeiten enorm erleichtert. „Wir haben mit der Neuausrichtung einen zukunftsweisenden Weg eingeschlagen“, so Martina Baumgärtner. Der Raderlebnistag Niederrhein sei schon jetzt eine starke Marke für die Region Niederrhein, die in den nächsten Jahren mit Sicherheit noch viele weitere Fans dazu gewinnen werde – „auch und insbesondere auf digitalem Weg“.