Wegberg "Einer von uns": Theo Wolber ist Priester

Wegberg · Am Pfingstsamstag wurde der 60-Jährige in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Peter und Paul der Pfarrei St. Martin von Bischof Mussinghoff zum Priester geweiht. Wolbers erster Primizsegen gilt seiner 100-jährigen Mutter Agnes Wolber.

 Der alles entscheidende Moment um genau 11 Uhr: Aachens Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff legt Theo Wolber die Hände auf – auf diese Art wird seit dem frühen Christentum das Priesteramt in der Kirche weitergegeben.

Der alles entscheidende Moment um genau 11 Uhr: Aachens Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff legt Theo Wolber die Hände auf – auf diese Art wird seit dem frühen Christentum das Priesteramt in der Kirche weitergegeben.

Foto: jürgen laaser

Gerade, als die Turmuhr von St. Peter und Paul elf Uhr schlägt, ist im Inneren der Kirche der ganz große Moment gekommen: Da legt Aachens Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff dem vor ihm knieenden Diakon Theo Wolber schweigend die Hände auf — der entscheidende Akt der Priesterweihe. Danach steht Wolber auf, geht einige Schritt zurück, kniet erneut nieder. Die knapp 20 weiteren im Chorraum versammelten Priester treten nun der Reihe nach vor Wolber, tun es ihrem Bischof gleich, legen ihrem neuen Mitbruder ebenfalls stumm die Hände auf.

Dann schreitet Franz-Xaver Huu Duc Tran zur Tat und legt Wolber sein Primizgewand an. Womit der leitende Pfarrer von St. Martin freilich so seine Problemchen hat — das gute Stück, farblich auf das Logo von St. Martin abgestimmt, bekommt er nicht so einfach über Wolbers Kopf gezogen. Was alle Beteiligten in der feierlichen, aber keineswegs steifen Zeremonie mit Humor nehmen — auch Mussinghoff selbst schaut ein wenig amüsiert den Bemühungen zu. Dann ist es vollbracht. Der Bischof salbt nun Wolbers Hände als Zeichen für dessen Teilhabe am Priestertum Jesu, ehe dieser einen Kelch und eine Hostienschale überreicht bekommt. Diese stehen symbolisch dafür, dass es zu den Aufgaben des neuen Priesters gehört, die Eucharistie zu leiten. "Er ist einer von uns", unterstreichen Mussinghoff und Tran, die gratulieren, dann brandet in der vollbesetzten Kirche Beifall auf.

Eingeleitet hat die knapp zweistündige Priesterweihe-Feier Pfarrer Tran mit einem für ihn charakteristischen flotten Spruch: "Einige haben ja im Vorfeld gesagt, diese Priesterweihe sei ein Jahrhundertereignis. Ich sage: Sie ist für Wegberg sogar ein Jahrtausenderlebnis." Eine Priesterweihe hat es hier in der Tat noch nicht gegeben.

Und dass auch Bischof Mussinghoff mal für einen guten Spruch gut ist, beweist er in seiner Begründung, warum er der Berufung Wolbers zum Priester zugestimmt habe: "Jesus hat ja auch Zöllner und Steuereintreiber geweiht." Was zum einen eine launige Anspielung darauf ist, dass Wolber sein gesamtes Berufsleben bei einer Bank verbracht hat, und zum anderen unter den Gottesdienstbesuchern lebhaft-heitere Reaktionen hervorruft. Was auch prima zum von Theo Wolber gewählten Primizspruch passt: "Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden."

Sehr bewegend wird es am Ende. Denn seinen ersten Primizsegen spendet Theo Wolber seiner 100-jährigen Mutter Agnes Wolber, die im Rollstuhl ganz vorne sitzt und die Priesterweihe ihres Sohnes sehr aufmerksam verfolgt hat. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen die Kirchenchöre der drei Gemeinden Wegberg, Dalheim und Wildenrath unter der Leitung von Martina Haken und Anna Plakhova-Götz. Die Orgel spielte Ulrich Kebeck.

(emo)
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