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Wassenberg: Drei neue Säle entstehen im Bergfried

Wassenberg : Drei neue Säle entstehen im Bergfried

Im Sommer soll die Umgestaltung des Wassenberger Wahrzeichens beginnen. Der Bauantrag wurde gerade eingereicht. Im ältesten Teil der Burg werden hölzerne Geschossdecken eingezogen und Veranstaltungsräume entstehen.

Nächstes Jahren soll der Innenraum des Bergfrieds so umgestaltet sein, dass dort Ausstellungen und (Vortrags-)Veranstaltungen stattfinden können. Das Land hat schon vor einigen Monaten für die Ausbauplanung grünes Licht gegeben, indem es die Förderung der Baumaßnahme im Rahmen des Wassenberger Stadterneuerungskonzepts zusagte. Und auch das Rheinische Denkmalamt hat die Pläne des Büros Rongen Architekten Wassenberg nun weitgehend abgesegnet, wie Architekt Reiner Wirtz, geschäftsführender Gesellschafter bei Rongen, im RP-Gespräch erläutert. Baubeginn, so schätzt er, dürfte im Sommer sein.

Freilich mussten die Planungen im Vergleich zum ursprünglichen Rohkonzept im Stadtsanierungsprogramm vor fünf Jahren tüchtig abgespeckt werden. Aus dem 1,295-Millionen-Euro-Projekt ist ein Kostenrahmen von 590 000 Euro übriggeblieben. Was freilich die Skeptiker gegenüber der früher einmal geplanten postmodernen Glashaube auf dem Bergfried nicht bedauern werden. Dieses Vorhaben wurde nämlich fallengelassen — der Kosten wegen. Der Baukörper des Turms wird sich von außen also nicht ändern, im Inneren dagegen erheblich.

Drei Ebenen werden neu eingezogen. Eine massive Decke aus Stein entsteht im künftigen Erdgeschoss, das man weiterhin über den heutigen Eingang — dann mit anderer Tür — betreten wird, im Untergeschoss sind zwei Sanitär- und ein Abstellraum vorgesehen. Die beiden weiteren Zwischendecken werden Holzkonstruktionen sein, die sich an die im Mauerwerk sichtbaren früheren Einlässe und Konsolen für die Balken orientieren, also eine historische Geschossstruktur wieder aufnehmen.

Die bestehende Stahl-Beton-Treppenkonstruktion bleibt weitgehend erhalten, erläutert Wirtz. Die aktuellen Treppenpodeste müssten jedoch über Zwischenstufen und weitere Verbindungspodeste mit den höher gelegenen Zugängen zu den künftigen Sälen verbunden werden. Neben diesen Podesten bleibt ein Raumschacht frei, der den späteren Einbau eines Aufzuges ermöglicht, der fürs Erste ebenfalls dem Rotstift zum Opfer gefallen ist.

Das Mauerwerk im Inneren mit seinen Spuren früherer Nutzungen, vor allem dem auffallenden Kamin, bleibt natürlich unverputzt. Die künftige Nutzung wird zeigen, ob man bei Mauerdicken von 1,80 bis zwei Metern wie geplant ohne Heizung auskommen kann. Unverändert bleibt die Aussichtsplattform, nur der Zugang soll ansprechender und mit einer Art Windfang ausgestattet werden. Ursprünglich geplante kleinere Nebenräume im Obergeschoss für eine Bewirtungsmöglichkeit wurden ebenfalls gestrichen.

Der Bauantrag ist kurz vor Weihnachten beim Kreis Heinsberg eingereicht worden. Nach der Genehmigung, die eine Formsache sein dürfte, können die Vorbereitungen für die Ausschreibung der Gewerke zügig vorangehen, sagt Wirtz. Er rechnet wie die Stadt mit der Eröffnung des umgestalteten Bergfrieds für Frühjahr 2014.

(RP/ac)