Kreis Heinsberg: Der Sommer wird kölsch

Kreis Heinsberg: Der Sommer wird kölsch

So viele kölsche Bands wie vielleicht noch nie kommen dieses Jahr ins Erkelenzer und Heinsberger Land. Jetzt machte die Kreisstadt bekannt, dass Brings kommen werden. Vorbote des kölschen Sommers ist am Samstag Tommy Engel.

Köln, die Stadt mit viel "Hätz und Jeföhl", ist nicht nur ein Ort. Köln ist eine Lebenseinstellung. Und obwohl die Domstadt geografisch gar nicht mal so weit vom Kreis Heinsberg entfernt ist, kann sich der Kreis Heinsberger zumindest in diesem Jahr an sich eine Fahrt an den Rhein sparen. Denn: Kölle ist mit geballter Kraft in der Region unterwegs. Oder anders ausgedrückt: Der Kreis Heinsberger Sommer wird kölsch.

Der Frühling bringt bereits erste kölsche Vorboten, wenn am Samstag, 17. März, ab 20 Uhr Tommy Engel mit Band in der Aula des Gymnasiums in Hückelhoven "Dat Kölsche Songbook" präsentiert. Engel ist zum wiederholten Mal zu Gast in Hückelhoven. Mit dem "Songbook" lässt er kölsche Klassiker aufleben, bewegt sich zwischen Trude Herr, Willi Ostermann, Brings oder auch den Höhnern. Einige Tickets gibt es noch an der Abendkasse, teilt der Veranstalter mit.

Comedian Christian Pape (l.) und Wolfgang Niedecken von BAP freuen sich schon auf die fünfte Auflage von "Pape grillt" am 31. August in Beeck. Foto: Moritz Künster/jeck & joot

Immer noch eng verbunden mit dem Namen Engel sind die Bläck Fööss, die am 29. April, 18 Uhr, ebenfalls in der Hückelhovener Aula des Gymnasiums gastieren. Die Band geht in ihr 49. Jahr und hat sich leicht verändert: Mit Mirko Bäumer ist seit 2017 ein neuer Sänger am Start, auch Pit Hupperten (Gesang, Gitarre) gehört nun zu den Fööss, die kölsches Liedgut geprägt haben. "Du bes die Stadt", "Unsere Stammbaum" oder Evergreens wie "In unserem Veedel" singt nicht nur jeder Kölner textsicher mit.

Zum "Kölschen Ovend" am 5. Mai lädt die Karnevalsgesellschaft "Sonn Männ" Klinkum ein. Mit den Paveiern und den Klüngelköpp sind gleich zwei kölsche Topbands im Wegberger Forum zu Gast. Nach dem grandiosen Erfolg, den die Klinkumer bei ihrer Jubiläumsparty 2017 mit Kasalla gefeiert hatten, sollte es eine Fortsetzung geben. Wer auch 2018 dabei sein will, hat gute Chancen, denn die Blau-Weißen melden noch verfügbare Karten. Neben den Paveiern und den Klüngelköpp spielen die Klötschköpp auf.

Stellte höchstpersönlich das Brings-Konzert am 13. Juli in Heinsberg vor: Stephan Brings (2.v.l.) plauderte in Heinsberg aus dem Nähkästchen. Foto: Anke Backhaus
  • Erkelenz : 50 Einsätze nach Gewitter

Was folgt, ist der Schwenk nach Erkelenz zum traditionsreichen Lambertusmarkt. Organisator Stephan Jopen hat für den 31. Mai, dem Eröffnungstag des Lambertusmarktes, eine ordentliche Ladung kölscher Stimmung an den Niederrhein gelotst: Querbeat, die Boore und die Domstürmer - da kommt der Fan voll auf seine Kosten. Und das Beste am Lambertusmarkt: Einfach hingehen und genießen, denn das Motto "umsonst und draußen" wird auch im Jahr 2018 auf dem Erkelenzer Marktplatz gepflegt. Der Eintritt ist also wie gewohnt frei.

Derweil staunt Stephan Brings nur noch: "Das ist nicht zu fassen, dass Ihr einfach so ein Konzert mitten in einer Stadt spielen lasst. In Köln hättest Du bei solchen Plänen direkt einen Gesprächstermin mit einem Anwalt." Wenn Wolfgang Dieder, der Bürgermeister der Stadt Heinsberg, das hört, lächelt er lediglich und freut sich schon wie jeck auf den 13. Juli - den spielfreien Tag der Fußball-Weltmeisterschaft nutzt die Kreisstadt ganz geschickt. Mit der Volksbank Heinsberg, die am 13. Juli zum Volksbank-Mitgliedertag eben nicht nur die eigenen Mitglieder einlädt, will die Stadt mit vielen Besuchern und vor allem Brings den Heinsberger Marktplatz rocken. Dass das locker gelingen dürfte - daran sollte kein Zweifel bestehen. Stephan Brings und Stefan Kleinehr, der Brings-Manager aus Düsseldorf, haben jetzt jedenfalls mit sichtlich viel Freude höchstpersönlich das große Konzert in der Heinsberger Volksbank vorgestellt. Dabei plauderte Stephan Brings, der kleine Bruder von Frontmann "Pitter", aus dem Nähkästchen: "Der Kreis Heinsberg ist für uns eine ganz besondere Region. Wir erinnern uns noch gut an die 1990er Jahre, als Manfred Vits uns nach Wegberg geholt hatte. Das waren damals sehr wichtige Auftritte für uns. Das werden wir nicht vergessen." Darum: In Heinsberg wird das sicherlich eine "Superjeilezick".

Am 31. August haben Fans kölscher Musik die Qual der Wahl: Comedian Christian Pape lädt zur nunmehr fünften Auflage seiner Erfolgsveranstaltung "Pape grillt" ein. Zu Gast ist BAP mit Frontmann Wolfgang Niedecken, der sich schon besonders auf dieses Konzert in Papes privatem Garten freut. Auch Niedecken hat längst bekundet, noch nie ein vergleichbares Konzert gespielt zu haben - auch für Bands wie die Höhner oder auch Kasalla oder im vergangenen Jahr Nena hat es so etwas wie "Pape grillt" noch nie gegeben. Apropos Höhner: Die kölsche Kultband um Henning Krautmacher ist zeitgleich in Hückelhoven unterwegs, denn dort heißt es wieder "Hückelhoven brummt". Die Höhner bestreiten den Auftakt des beliebten Cityfestes, spielen umsonst und draußen.

Auch weitab von Kölle und Co. warten Highlights: So gibt es in Hückelhoven die Premiere der Sommermusik an Schacht 3 mit James Blunt (9. August) und Johannes Oerding (11. August); am 10. und 11. August wird Haus Hohenbusch wieder zum Mekka der Freunde elektronischer Musik - es ist das Wochenende von "Electrisize". Bleibt noch die Fußball-Weltmeisterschaft und Public Viewing: Bis zum 31. März läuft für den Erkelenzer Rudeljubel das Crowdfunding-Projekt (www.rudeljubel.de).

(RP)