1. NRW
  2. Städte
  3. Kreis Heinsberg

Coronavirus in NRW: Die aktuelle Lage in Heinsberg und der Region

20 Infizierte : Das ist die aktuelle Coronavirus-Lage in NRW

Mittlerweile stehen in Gangelt Hunderte Menschen unter Quarantäne. Die Anzahl der infizierten Personen in Nordrhein-Westfalen ist auf 20 gestiegen. Ein Überblick.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in NRW hat sich am Donnerstag auf 20 erhöht. Am Abend wurden 14 neue Fälle bestätigt. Alle positiv Getesteten wurden in häusliche Quarantäne nach Hause entlassen, weil eine stationäre Behandlung nicht notwendig ist. Die Betroffenen wohnen vorwiegend in der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg. Eine Person, die im Gangelter Karneval aktiv war, lebt in der Städteregion Aachen. Dies meldete am Abend das NRW-Gesundheitsministerium.

Der zuerst infizierte 47-jährige Mann aus Gangelt und seine 46 Jahre alte Frau werden derzeit in der Uniklinik Düsseldorf behandelt. Bestätigt wurde der Coronavirus-Verdacht auch bei einer Mitarbeiterin des 47-Jährigen und bei deren Lebensgefährten. Hinzu kommen ein Soldat, der in Köln-Wahn stationiert war, sowie ein Arzt, der in den Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach arbeitet. Alle Infizierten hatten Kontakt zu dem schwer erkrankten 47-Jährigen.

Im Fokus des Kreises Heinsberg steht demnach eine Kappensitzung vom 15. Februar in Gangelt-Langbroich. Der bereits infizierte 47-Jährige hatte an der Veranstaltung teilgenommen und möglicherweise andere Besucher angesteckt. Der Krisenstab versucht nun, alle rund 300 Besucher der Kappensitzung zu erfassen. „Diese sowie deren Partner und gegebenenfalls Kinder und andere Mitbewohner müssen für 14 Tage in häuslicher Quarantäne verbleiben“, teilte der Krisenstab mit.

Bislang hat sich bereits mehr als die Hälfte der Karnevalsgäste bei den Behörden gemeldet. Alle übrigen Besucher werden gebeten, sich per E-Mail beim Kreis Heinsberg unter infektionsschutz@kreis-heinsberg.de zu melden und Angaben zu Name, Adresse, Rufnummer, Geburtsdatum und Hausarzt zu machen. Alternativ können Besucher ein Meldeformular nutzen.

Landrat Stephan Pusch nahm in einer Videonachricht das infizierte Ehepaar in Schutz: „Sie verdienen unser Mitgefühl, nicht Vorwürfe“, sagte der CDU-Politiker mit Blick auf Social-Media-Diskussionen. Der Zustand des Ehepaares, das auf eine Isolierstation gebracht wurde, ist unverändert. Beide leiden an einer Lungenentzündung. Der Zustand des 47-Jährigen ist weiterhin ernst.

Die infizierte Frau aus Gangelt arbeitet als Erzieherin in einer Kindertageseinrichtung. Zu ihren Kontaktpersonen zählen neben den zwei Kindern des Paares, die bislang keine Symptome zeigen, die rund 65 Kinder der Kita. Die Kinder werden derzeit getestet. Je nach Ergebnis wollen die Behörden entscheiden, ob für weitere Personenkreise häusliche Quarantäne angeordnet wird.

Der mit dem Coronavirus infizierte Klinikarzt aus Mönchengladbach war nach Ansteckung einen Tag im Dienst. 35 Kontaktpersonen wurden getestet, noch liegen die Ergebnisse nicht vor. Ein zweiter Verdachtsfall bestätigte sich nicht.

Mediziner raten derweil Menschenansammlungen zu vermeiden. Zahlreiche Organisatoren haben auf die neuesten Entwicklungen bereits reagiert und Veranstaltungen abgesagt oder eingeschränkt. Welche Veranstaltungen betroffen sind, lesen Sie hier.Derweil häufen sich die Corona-Verdachtsfälle im Rest des Landes. In Duisburg etwa gibt es zwei Verdachtsfälle: Im Evangelischen Klinikum Nord ist ein Ehepaar isoliert worden, das erst kürzlich von einer Italienreise zurückgekehrt war. Bei Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken und Gesundheitsämtern laufen aktuell sehr viele Frage von Bürgern auf, wie man sich nun verhalten sollte. Wir haben einige hilfreiche Informationen für Sie zusammengestellt:

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kreis Heinsberg am Tag nach dem Corona-Fall

(hsr/dpa)