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Coronavirus im Kreis Heinsberg und Essen: Erstmals zwei Tote in Deutschland

Patienten aus Kreis Heinsberg und Essen : Zwei Menschen in NRW sterben nach Coronavirus-Infektion

In Deutschland gibt es die ersten beiden bestätigten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Es handelt sich um einen 78-Jährigen aus Gangelt und eine 89-Jährige in Essen.

Ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums bestätigte die beiden Todesfälle am Montagnachmittag. Bei dem Coronavirus-Todesopfer aus dem Kreis Heinsberg handelt es sich nach Angaben von Landrat Stephan Pusch um einen 78-jährigen Mann aus Gangelt. Der Patient habe sich am Freitag im Krankenhaus in Geilenkirchen mit Fieber und Husten gemeldet.

Der Mann habe bei der Ankunft im Krankenhaus gesagt, dass es ihm seit mehreren Tagen schlecht gehe. Der Mann habe unter Vorerkrankungen wie Herzproblemen und Diabetes gelitten. Er habe vorher eine Karnevalssitzung besucht - wobei noch unklar sei, um welche es sich gehandelt habe, so Pusch.

Insgesamt seien im Kreis bis zum Abend 323 Infektionen nachgewiesen worden. 15 Menschen seien in stationärer Behandlung, darunter keine Kinder oder Jugendliche. Betroffen seien vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen, sagte Pusch. Fünf der Patienten würde auf der Intensivstation behandelt.

In Essen starb eine 89-jährigen Frau am Montag, wie die Stadt mitteilte Bei. Bei ihr war am 3. März das Virus festgestellt worden, nachdem die Frau in die Universitätsmedizin Essen eingeliefert wurde. Der Allgemeinzustand der Patientin sei zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme bereits stark eingeschränkt gewesen.

Der gesundheitliche Zustand der Patientin habe sich weiter verschlechtert, gegen Mittag sei sie dann an einer Lungenentzündung in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus verstorben.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) äußerte sich bestürzt über die Todesfälle: „Meine Gedanken sind bei den Angehörigen. Ich wünsche den Familien jetzt erst einmal viel Kraft in dieser schweren Zeit.“ Die Todesfälle zeigten: „Wir müssen die Situation sehr ernst nehmen.“ Laut Gesundheitsministerium gab es bis Montag 515 bestätigte Fälle in Nordrhein-Westfalen.

Die ersten Erkrankungen waren in NRW am 25. Februar gemeldet worden. Es handelte sich um eine Ehepaar aus Gangelt im Kreis Heinsberg. Der Frau des schwer erkrankten Mannes gehe es besser, er selbst sei noch in einem kritischen Zustand. Das Paar hatte zuvor mit etwa 300 anderen Menschen eine Karnevalssitzung in seiner Heimatgemeinde besucht. In der Folge kamen immer mehr Menschen im Kreis Heinsberg in Quarantäne, Schulen und Kindergärten wurden geschlossen.

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(top/dpa/Reuters)