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Coronavirus im Erkelenzer Land: SPD stellt Anfrage zu Saisonarbeitern

Situation im Erkelenzer Land : SPD stellt Anfrage zu Saisonarbeitern

Die Sozialdemokraten lenken den Fokus auf die Situation von Erntehelfern in der Corona-Pandemie. Sie sorgen sich um die Arbeits- und Hygienesituation der Arbeiter und wollen wissen, ob der Kreis diese im Blick habe.

Während der Corona-Pandemie haben unwürdige Arbeits- und Unterbringungssituationen von Werks- und Saisonarbeitern besondere Aufmerksamkeit erlangt. Da die Landwirtschaft im Erkelenzer Land bei der Ernte auf Saisonarbeitskräfte angewiesen ist, hat die SPD-Fraktion im Kreistag Heinsberg nun eine Anfrage gestellt und bittet die Kreisverwaltung um die Beantwortung einer ganzen Reihe von Fragen zum Thema Saisonarbeiter.

Die SPD-Fraktion weist in ihrer Anfrage darauf hin, dass dort, wo Menschen ohne die nötige Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln arbeiten und leben, sich das Virus besonders schnell verbreiten könne. Abgesehen von der raschen Verbreitung des Coronavirus seien diese Bedingungen auch aus humanitärer Sicht nicht hinnehmbar.

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW und das Landesgesundheitsministerium hatten Anfang Mai eine Handlungshilfe zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus bei der Saisonarbeit in der Landwirtschaft aufgesetzt. Darin sind Regelungen definiert, die sich auf die Einreise, das Ankommen, die Unterbringung und das Arbeitsumfeld beziehen. Weiterhin gibt das Landesarbeitsministerium Empfehlungen zum Schutz vor Ansteckung mit dem Coronavirus in Sammelunterkünften und bei gemeinschaftlicher Unterbringung.

Die SPD-Fraktion im Kreistag Heinsberg verweist in ihrem Antrag auf das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss, das in einer Abfrage bei allen Landwirten die Zahl der Erntehelfer und das angewandte Hygienekonzept ermittelt habe. Außerdem erwäge Neuss, flächendeckende Corona-Tests an allen Höfen in seinem Zuständigkeitsbereich durchzuführen.

Die Sozialdemokraten wollen nun unter anderem wissen, wie viele Sammelunterkünfte von Saisonarbeitern im Kreis Heinsberg der Verwaltung bekannt sind und wie viele Erntehelfer auf den Höfen im Kreisgebiet tätig sind. „Außerdem soll die Verwaltung darlegen, wie häufig seit 2018 Arbeitsplatz- und Unterbringungskontrollen bei SaisonarbeiterInnen vorgenommen wurden und ob es zu Beanstandungen kam“, erklären SPD-Fraktionschef Ralf Derichs und seine Stellvertreterin Andrea Reh. Weitere Fragen der SPD-Fraktion lauten: Wie häufig hat der Kreis die Unterbringungssituation von Saisonarbeitskräften seit Inkrafttreten der Coronaschutzverordnung bereits überprüft? Werden die Arbeitswege zu den Feldern und die Arbeitsbedingungen auf den Feldern mit Blick auf die geltenden Abstands- und Hygieneregeln überprüft? Liegen dem Kreis die Hygienekonzepte der Höfe vor oder wurden diese angefordert?  Und warum spricht sich die Kreisverwaltung gegen eine flächendeckende Testung der Erntehelfer aus?

(hec)