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Coronakrise im Kreis Heinsberg: Schulen und Kitas bleiben geschlossen

Coronakrise im Kreis Heinsberg : Schulen und Kitas bleiben geschlossen

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, bleiben Schulen und Kitas im Kreis Heinsberg bis mindestens 22. März zu. Am Mittwoch starb ein 73-Jähriger, der mit dem Coronavirus infiziert war, im Krankenhaus Heinsberg.

Der Krisenstab des Kreises Heinsberg setzt weiterhin auf restriktive Maßnahmen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Am Mittwoch, 11. März (Stand: 17.30 Uhr), waren insgesamt 443 Menschen gemeldet, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Ohne die Fälle, die bereits in Kliniken außerhalb des Kreisgebietes betreut werden, werden zurzeit neun Menschen in Krankenhäusern behandelt, zwei davon auf einer Intensivstation.

Im Krankenhaus Heinsberg ist der zweite mit dem Coronavirus infizierte Mensch im Kreis Heinsberg, ein 73-Jähriger aus Übach-Palenberg, in der Nacht zu Mittwoch gestorben. Kreis-Pressesprecherin Jennifer Grünter bestätigte den Todesfall am Mittwochvormittag. Landrat Stephan Pusch sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Der Dialysepatient starb an „einer Lungenproblematik“, teilte die Sprecherin des Landrats am Nachmittag mit. Das Städtische Krankenhaus Heinsberg gab auf seiner Internetseite und auf Facebook bekannt: „Achtung: keine Besucher mehr“. Wegen der aktuell verschärften Coronavirus-Situation seien Besuche bei Patienten nicht mehr möglich. Die Ausnahme: Begleitung durch nächste Angehörige „bei lebensbedrohlich/kritisch Kranken oder Bezugspersonen einer (werdenden) Mutter eines Neugeborenen“. Diese Besucher erhielten einen Besucherausweis an der mit zwei Mitarbeitern besetzten Zugangskontrollstelle kurz hinter der Pforte. Die Maßnahme sei „zwingend notwendig, um unsere Patienten und Mitarbeiter wirksam vor Ansteckung zu schützen“.

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Landrat Stephan Pusch informierte am späten Mittwochnachmittag in einer Videobotschaft auf Facebook darüber, dass die Schulen und Kindertagesstätten im Kreis Heinsberg mindestens noch eine weitere Woche, also bis einschließlich 22. März, perspektivisch wohl sogar bis zu den Osterferien, die am 6. April beginnen, geschlossen bleiben.

Vor dem Hintergrund steigender Fallzahlen spricht Landrat Pusch von einer „sehr ernsten Situation“. Man müsse besonders bei älteren und vorgeschädigten Menschen mit schweren Krankheitsverläufen rechnen. „Unser aller Bestreben muss also sein, die Infektionsketten soweit zu verlangsamen, dass es bei diesem Personenkreis erst gar nicht zu Ansteckungen mit dem Coronavirus kommt.“ Genauso wichtig sei es, die Funktionsfähigkeit der Intensivstationen der drei Krankenhäuser in Erkelenz, Geilenkirchen und Heinsberg zu gewährleisten. Was die Situation verschärfe sei, dass die Verlegungsmöglichkeiten in Krankenhäuser außerhalb des Kreises Heinsberg kritisch sind, weil diese Kliniken in der Coronakrise auch ihre Intensivkapazitäten angesichts steigender Fallzahlen mehr und mehr benötigen. Aufgrund dieser Entwicklungen kann der Kreis Heinsberg laut Landrat Stephan Pusch bei seinen Bemühungen, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, nicht nachlassen. Somit müssten auch Kindergärten und Schulen weiterhin geschlossen bleiben. Dass die Gesundheit als höchstes Gut zu schützen ist, sei auch einhellige Meinung in einem Treffen mit den Bürgermeistern aller zehn Kommunen des Kreises Heinsberg gewesen, sagte Pusch. „Hinter diesem Gut müssen alle wirtschaftlichen Überlegungen und Beeinträchtigungen jedenfalls für eine bestimmte Zeit zurückstehen“, sagt Pusch. „Wir haben uns schweren Herzens, aber wirklich auch einmütig sowohl als Krisenstab, als auch auf der Ebene der Städte und Gemeinden, dazu entschlossen, perspektivisch bis Ostern, de facto erstmal um eine weitere Woche die Schulen geschlossen zu halten.“ Man möchte alles dafür tun, um die weitere Ausbreitung von Coronavirus-Infektionen über Schüler und Kinder, die selber gar nicht so schwer von der Krankheit betroffen seien, die aber gleichwohl diese Krankheit in die Familien an Oma und Opa weitergeben können, mit allen Mitteln zu verhindern. Pusch kündigte auch an, dass Kitagebühren und Gebühren für den Offenen Ganztag erstattet werden sollen. Damit sollen sich demnächst die Stadträte befassen. Pusch: „Das ist das Mindeste, was wir tun können.“ Der Landrat sprach seine Hoffnung aus, dass die Menschen im Kreis Heinsberg weiterhin solidarisch gegen die Ausbreitung des Coronavirus kämpfen. „Wir müssen wirklich alles in unserer Macht Stehende tun, um zu vermeiden, dass es wirklich zu diesen hohen Zahlen wie beispielsweise in Italien kommt.“