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Corona im Kreis Heinsberg: Krisenstab appelliert an Eigenverantwortung

Inzidenz im Kreis Heinsberg unter 50 : Gesundheitsamt appelliert an Eigenverantwortlichkeit

Der Krisenstab des Kreises Heinsberg tagte am Montag erstmals wieder, aber ohne Krisenstimmung. Das Land gibt eindeutig vor, welche Maßnahmen bei den Inzidenzschwellen von 35 und 50 gelten.

Der Inzidenzwert der Neuinfizierten im Kreis Heinsberg innerhalb einer Woche ist gesunken – von 43 auf 41,1 (Stand 19. Oktober, 9 Uhr). Damit liegt der Kreis auf Platz 27 der Städte und Landkreise in NRW. In den Statistiken gibt es auch ländliche Gebiete wie Cloppenburg mit 150 pro 100.000 Einwohner. Gerechnet wird aber auch in der hiesigen Region damit, dass der Schwellenwert von 50 in dieser Woche erreicht wird. Der Krisenstab tagte am Montag im Kreishaus. Eigene Entscheidungen waren nicht zu treffen, denn die Corona-Schutzverordnung Landes gibt alle Schritte vor, die bei Inzidenzzahlen über 35 und über 50 greifen.

Eigenverantwortung Wie schon in der vergangenen Woche gilt die dringende Empfehlung des Kreis-Gesundheitsamtes, nicht alles zu tun, was erlaubt ist. Wenn mehrere Menschen zusammenkommen und längere Zeit miteinander verweilen, sollte man eine Maske, einen Schal oder einen Einmal-Mund-Nasenschutz tragen. „Das hilft“, versichert Heidrun Schößler, Leiterin des Amtes.

Von Acrylglas-Schutzschilden oder den „Halbmasken“ aus Plastik hält sie nichts. Empfehlung ist weiterhin, dass ab dem 5. Schuljahr Schüler und Lehrer eine Maske tragen, in Kitas wenigstens die Erwachsenen. „Jeder sollte überlegen: Was kann ich tun, um die Ausbreitung des Virus zu verkleinern“, sagte Kreis-Pressesprecher Ulrich Hollwitz. Maßnahmen wie eine erweiterte Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen zu definieren, sei für den Kreis Heinsberg schwierig. Schließlich gebe es hier keine Hotspots wie die Kölner Domplatte oder die Düsseldorfer Rheinwiesen.

Zusammenkünfte Private Feiern hält das Gesundheitsamt für die größte Inefektionsquelle, wenn das Virus anschließend in Familien getragen wird. Beim Einkaufen, beim Sport oder während der Arbeit stecken sich weniger Leute an. Da für den Kreis Heinsberg jetzt „Gefährdungsstufe 1“ (ab 35 Neuinfektionen) besteht, dürfen seit Montag an Festen aus herausragendem Anlass außerhalb einer Wohnung höchstens 25 Personen teilnehmen. Doch die Kreisverwaltung appelliert, alle unnötigen Kontakte und Treffen zu vermeiden.

Infektionsgeschehen Hollwitz fasst den Trend so zusammen: „Es stecken sich viele an, wenige werden krank oder haben schwere Verläufe.“ Drei Patienten liegen kreisweit auf Intensivstationen. Seit dem 25. Februar gibt es 2347 bestätigte Coronafälle, aktuell gelten 162 Personen als noch nicht genesen. Die Zahlen für die Städte im Nordkreis Heinsberg (Zahl der nachweislich an Covid-19-Erkrankten/Zahl der Genesenen/Verstorbene): Erkelenz 167/142/7, Hückelhoven 309/254/6, Wassenberg 99/86/4 und Wegberg 83/71/1 – somit gibt es im Nordkreis 87 aktuelle Fälle.

Statistik Die Zahl der Verstorbenen liegt unverändert bei 97. Das Rober-Koch-Institut meldet seit Tagen 95 Verstorbene für den Kreis Heinsberg. Das hat laut Hollwitz aber rein bürokratische Gründe. Ob jemand mit oder an Covid-19 gestorben ist, lässt sich medizinisch oft nicht eindeutig sagen. So hat beispielsweise ein Mensch Mitte 40 Corona scheinbar gut überstanden, leidet dann aber an unerklärlichen Komplikationen und erliegt schließlich einem Multi-Organversagen.