CDU, SPD, FDP bringen Leitbild-Entwurf für Kreis Heinsberg in Kreistag ein

Entwurf für ein erneuertes Leitbild: Steuerungsinstrument für den Kreis Heinsberg

CDU, SPD und FDP haben einen Entwurf für ein Leitbild erarbeitet, über das die Entwicklung des Kreises Heinsberg in den nächsten Jahrzehnten gelenkt werden soll. Sie werden es im Kreistag zur Diskussion stellen. Die Fraktionsvorsitzenden erklären, was ihnen wichtig ist.

Wofür steht der Kreis Heinsberg, wohin soll er sich entwickeln? Vor einem Jahr hatten sich vier Kreistagsfraktionen auf den Weg gemacht, nach einer gemeinsamen Basis für die Weiterentwicklung des Leitbildes für den Kreis Heinsberg zu suchen. Drei von ihnen bringen jetzt einen gemeinsamen Entwurf in den Kreistag ein, der die wichtigen Aspekte von Infrastruktur, Verkehr und Wohnen über Bildung, Beschäftigungs- und Wirtschaftsentwicklung bis hin zu Finanzen, Digitalisierung und Tourismus umfasst. Vorgelegt wird er von CDU, SPD und FDP, nicht mehr beteiligt sind die Grünen.

Ein Leitbild solle keine Sammlung kurzfristiger politischer Überlegungen sein, sondern als Leitlinie die Weiterentwicklung des Kreises Heinsberg in den nächsten Jahrzehnten lenken, erklären CDU, SPD und FDP in einer gemeinsamen Pressemitteilung, in der sie ihren Entwurf darstellen. Im weiteren Prozess wollen sie, im Sinne eines Arbeitsprogramms, aus dem noch zu beratenden und zu verabschiedenden Leitbild konkrete Maßnahmen entwickelt. Die Finanzen werden die drei Fraktionen dabei stets im Blick haben, versprechen sie: „Um auch für künftige Herausforderungen finanziell handlungsfähig zu sein, ist klar, dass nicht alles, was wünschenswert ist, auch bezahlbar ist.“ Mit Rücksicht auf die den Kreis finanzierenden Kommunen werde es bei allen Entscheidungen zentral sein, die Balance zwischen gesunden Kreisfinanzen und dem Erhalt der Finanzkraft der Städte und Gemeinden zu finden.

Was der CDU wichtig ist Die Christdemokraten heben hervor, dass ihnen Verkehr und Mobilität wichtig sind, um den Wirtschaftsstandort, insbesondere vor dem Hintergrund eines absehbaren Endes für den Braunkohlenabbau, zu stärken. „Ein funktionierender, bedarfsgerechter Bus- und Schienenverkehr im Kreis Heinsberg ist für alle Generationen essentiell und stellt einen entscheidenden Standortfaktor dar“, zeigt Norbert Reyans, Fraktionsvorsitzender der CDU, eine zweite Bedeutungsebene dieses Themenfeldes auf. Im Bereich Bildung und Schule ist seiner Fraktion nach wie vor daran gelegen, dass insgesamt ein breites, bedarfsgerechtes Angebot, auch im Förderschulbereich, vorhanden ist: „Mit dem Erhalt der Janusz-Korczak-Schule konnte hier bereits ein wichtiger Schritt in diese Richtung gegangen werden.“

Norbert Reyans, CDU: „„Für die CDU-Fraktion
Norbert Reyans, CDU: „„Für die CDU ist der Punkt Verkehr und Mobilität für die Strukturentwicklung und Stärkung des Wirtschaftsstandortes von größter Bedeutung.“ Foto: Uwe Heldens/Heldens, Uwe (uwe)

Ebenso misst die CDU dem Wohnen „eine übergeordnete Bedeutung“ zu. In Zeiten steigender Wohnkosten und erhöhter Bedarfe an alternativen Wohnformen seien Rahmenbedingungen für ein nachfragegerechtes Angebot zu schaffen, „um auch in diesem Bereich den Kreis infrastrukturell weiterhin zukunftsfähig aufzustellen.“

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Was der SPD wichtig ist In der Entwicklung des Wohnungsmarktes im Kreisgebiet sieht die SPD eine der wichtigsten Aufgaben für die kommenden Jahren. „Menschen in jeder Lebensphase sollen im Kreis Heinsberg auf ein ihrer Lebenssituation entsprechendes Angebot treffen. Für uns heißt das: Kreis und Kommunen müssen eine aktive Wohnungsmarktpolitik betreiben, um das Erreichen dieses Zieles sicherzustellen“, erläutert Ralf Derichs, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag. Er verweist in diesem Zusammenhang auf ein Gutachten der NRW-Bank, die einen Fehlbedarf von 5000 Wohnungen im Kreis Heinsberg in den nächsten Jahren ausgemacht habe.

Ralf Derichs, SPD: „Menschen in jeder
Ralf Derichs, SPD: „Menschen in jeder Lebensphase sollen im Kreis Heinsberg auf ein ihrer Lebenssituation entsprechendes Wohnungsangebot treffen.“ Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Fortführen wollen die Sozialdemokraten die Schulentwicklungsplanung, und ihnen ist ein Bekenntnis zur Stärkung und verlässlichen Fortführung der Schulsozialarbeit von Bedeutung. Bei der wirtschaftlichen Entwicklung ist es der SPD „ein besonderes Anliegen, dass der Kreis künftig mehr von den ihn umgebenden Hochschulen profitiert.“ Eine stärkere Zusammenarbeit fördere die Ansiedlung qualifizierter Beschäftigung.

Was der FDP wichtig ist „Für die Wirtschaftsentwicklung wird neben einer weiteren Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere im Bereich von Bus und Bahn ein entsprechendes Gewerbe- und Industrieflächenangebot benötigt“, stellt Stefan Lenzen. Fraktionschef der Liberalen, nach vorne. Neben den Standortmarketingkampagnen „Kreis Heinsberg – Spitze im Westen“ und „Heinsberger Land“ gehöre für seine Partei „als ein bedeutender Standortfaktor“ aber auch eine gut ausgebaute, auch digitale Infrastruktur dazu, „um den Wettbewerb der Regionen zu meistern“. Die Stärkung der Bildung mit Schwerpunkt auf kreiseigenen Schulen, Arbeitswelt und Berufsleben sowie Digitalisierung und Online-Lernsysteme solle auch durch die Volkshochschule im Kreisgebiet gewährleistet werden. Arbeitsplatznahe Kinderbetreuungsplätze, auch in Zusammenarbeit mit Betrieben, ist ein weiteres Anliegen der FDP und „ein weiterer Schritt hin zu einem familienfreundlichen Arbeitsumfeld und zur Attraktivitätssteigerung des Wirtschaftsstandortes“.