Wegberg: Auf die Menschen zugehen

Wegberg : Auf die Menschen zugehen

Zum dritten Mal tritt die Wegbergerin Nicole von den Driesch im Nordkreis Heinsberg als Kandidatin der SPD bei der Landtagswahl an. In der Region fühlt sie sich verwurzelt. Von den guten Kontakten zur rot-grünen Regierung in Düsseldorf habe der Kreis profitiert, sagt sie.

Nicole von den Driesch ist nicht die Frau, die geschliffene Parteirhetorik für das Maß aller Dinge hält. Die Wegberger SPD-Ratsfrau (42), die zum dritten Mal als Landtagskandidatin antritt, weiß: "Wenn man in unserer Region nicht CDU ist, muss man viel mit seiner Persönlichkeit wettmachen. Echt und authentisch zu sein, ist für mich am wichtigsten." Und sie spüre, dass das persönliche Auf-die-Bürger-Zugehen honoriert wird. "Für viele bin ich halt zu allererst Nicole von den Driesch, dann SPD." Das habe ihr bei der letzten Landtagswahl auch das Zweitstimmen-Ergebnis gezeigt, als Kandidatin lag sie in allen Kommunen vor dem Ergebnis für ihre Partei.

Einsatz für Familienfreundlichkeit

"Beruflich und politisch stehen immer die Menschen für mich im Fokus", sagt die Beamtin bei der Bundesbank in Düsseldorf. Und sie betont, eben nicht "Bankerin" zu sein, sondern Mitarbeiterin in der Personalabteilung, wo sie immer wieder auch von Kollegen angesprochen und um Rat gefragt wird. Denn ihr politisches Engagement hat sich mittlerweile herumgesprochen. Das bedeutet auch Einsatz für mehr Kinderbetreuungsmöglichkeiten und für Frauen, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen und wollen.

"Ich weiß, wovon ich rede, auch wenn ich selbst keine Kinder habe, bin ich doch ein ausgesprochener Familienmensch", sagt die unverheiratete Wegbergerin, die das Etikett "Karrierefrau" so gar nicht mag. Einsatz für Familienfreundlichkeit ist ihr ganz wichtig. Und sie pflegt ihn auch privat durch den engen Kontakt zu ihren Geschwistern, den beiden Nichten und dem Neffen. Ihre Mutter wohnt mit im Haus in Beeckerwald.

Die Energie, zum dritten Mal als Landtagskandidatin anzutreten, geben ihr die Erfolge der SPD/Grünen-Minderheitsregierung in den vergangenen beiden Jahren. Deren Auswirkungen für den Kreis betont die Politikerin im Wahlkampf. Und sieht durchaus für sich eine realistische "Chance, als Außenseiterin in der Direktwahl durchzukommen". Sie hoffe, dass die Wähler gesehen haben, "was durch gute Kontakte der SPD im Kreis zur Landesregierung" in der Region bewegt werden konnte. Von den Driesch nennt die Gesamtschule in Hückelhoven, das B 221n-Verfahren für Wassenberg oder die neue Flexibilität in der Gestaltung der Grundschullandschaft. Aktuell für Wegberg sichere das die Existenz von sechs von sieben Grundschulen, ursprünglich sollten nur vier übrigbleiben.

Loyalität im politischen Umgang auch über Parteigrenzen hinweg sei ihr wichtig, sagt die Wegbergerin. Obwohl sie nicht aus einer typischen Vereinsfamilie stammt, kam von den Driesch nach einem beruflichen Abstecher in die Großstadt Frankfurt wieder gern in die Heimat zurück.

Sie sei offen für alles, was dazugehört vom Schützenwesen bis zum Karneval. "Was den Menschen wichtig ist, nehme ich ernst", sagt die 42-Jährige. Und fügt lachend hinzu: "Sogar das Marschieren in den Umzügen habe ich gelernt."

(RP)
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