Kreis Heinsberg: Arbeitsplätze der Zukunft schaffen

Kreis Heinsberg : Arbeitsplätze der Zukunft schaffen

Landtagsabgeordneter Reiner Priggen sprach bei der Kreisversammlung der Grünen. Er plädiert dafür, Tagebauflächen zu nutzen, um den sozialverträglichen Strukturwandel zu schaffen.

Berlin hört genau hin, wenn Düsseldorf derzeit debattiert. Es geht um RWE und Garzweiler II. Vor allem aber geht es um die Zukunft von etwa 10 000 Arbeitsplätzen und hohe Klimaschutzziele, wenn Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sagt, dass "die Braunkohle ihren Teil beitragen muss". Unter der rot-grünen NRW-Regierung konnte zum ersten Mal ein aktiver Tagebau verkleinert werden. Weil diese Tatsache allein aber nicht ausreicht, feilt Reiner Priggen an konkreten Plänen, um den Strukturwandel schon heute "schrittweise und sozialverträglich" herbeizuführen. Seine Ideen will der Landtagsabgeordnete und frühere Fraktionsvorsitzende der Grünen bald im Landtag vorstellen. Er ist optimistisch: "Wer sagt, dass diese Region strukturell aussichtslos bedroht ist, der verzerrt die Wahrheit."

Die Frage, warum es unter einer Grünen-Regierung überhaupt dazu kommen konnte, muss sich Reiner Priggen auf der Kreismitgliederversammlung von Bündnis 90/Die Grünen gefallen lassen. Sie nagt sichtlich an dem Landtagsabgeordneten, den seine Parteifreunde hierzulande lieber in der Rolle des "Architekten des Braunkohleausstiegs" sehen. Seine politischen Baupläne hatte er in die Doverener Mühle mitgebracht. Ihr Fundament heißt effiziente Flächennutzung, im Blick hat er heutige Kraftwerkstandorte wie Weisweiler-Inden und Frimmersdorf bei Grevenbroich. "Dort ist Platz, um die Arbeitsplätze der Zukunft zu schaffen", sagt Priggen. "Orte, wie Holzweiler brauchen diese Perspektive." Darum werde auch bei den Plänen zur Autobahnverlegung um jeden Meter gerungen. In der Landesregierung sei man sich in diesen Punkten einig.

Mit Stolz blicke man dort auf die 6000 Teilnehmer der Anti-Kohle-Kette. Auch die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) zum Klimaschutz seien in der Landesregierung und bei bisher bereits 24 Stadtwerken der Region auf Zustimmung gestoßen: Weil ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen des Landes durch Braunkohleabbau entstehen, sollen Kraftwerke, die die über 20 Jahre alt sind zukünftig eine Abgabe zahlen. Das Durchschnittsalter der Kraftwerke in der Rheinischen Region liegt bei 44 Jahren.

Für Priggen sind die erneuerbaren Energien die Säulen. Auch Gas sei wichtiger Energieträger der Übergangszeit. Was er in Doveren anprangerte, war die "Verzögerungstaktik", mit der andere Parteien an den Braunkohleausstieg herangingen. Sie würden den "sanften Strukturwandel verhindern." Der Architekt plant weiter, weil er weiß, dass die Ideen Gehör finden. Auch wenn die Bauherren das letzte Wort haben und in Berlin sitzen.

(jessi)
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