Kreis Heinsberg: Appell an Landrat: Schutz für Flüchtlinge aus Afghanistan

Kreis Heinsberg : Appell an Landrat: Schutz für Flüchtlinge aus Afghanistan

Offener Brief des Flüchtlingsrates im Kreis Heinsberg.

Der Flüchtlingsrat fordert Landrat Stephan Pusch in einem Offenen Brief auf, sich mit dem Ausländeramt nicht an geplanten Abschiebungen afghanischer Flüchtlinge zu beteiligen, solange nicht eine unabhängige internationale Organisation (UNHCR) die Sicherheitslage dahingehend geklärt hat, dass abgeschobenen Afghanen in ihrer Heimat keine Gefahr für Leib und Leben droht.

"Wir haben leider erleben müssen, dass im Dezember eine Gruppe von Afghanen durch den Bundesinnenminister in ihr Heimatland abgeschoben worden ist. Wir wissen aus seriösen Presseberichten, dass Afghanistan nicht sicher ist! Unter den Abgeschobenen waren nicht nur Straftäter!" heißt es in dem von Hans-Jürgen Knubben unterzeichneten Brief. Weil sie nicht aus einem Kriegsgebiet kommen, haben afghanische Flüchtlinge keine "offiziellen" Sprach- und Integrationskurse angeboten bekommen. Afghanistan ist - vom Bundestag beschlossen - zum sicheren Herkunftsland erklärt worden, der offizielle Umgang mit afghanischen Flüchtlingen lasse darauf schließen, dass die Asylverfahren zu großen Teilen zu Ablehnung und Abschiebung führen könnten. In Afghanistan hätten Anschläge gezeigt, dass die Schlagkraft der Taliban und IS-Terroristen ungebrochen sei.

Der Flüchtlingsrat bittet den Landrat dringend, jeden Fall gewissenhaft zu prüfen und die objektiven Kriterien, die eine Abschiebung verhindern, geltend zu machen: "Die Ereignisse in Berlin dürfen nicht dazu führen, dass wir den Terroristen nachgeben und dem Misstrauen und der Angst erliegen. Es bleibt dabei: Menschen fliehen vor den Gräueltaten des IS und anderen islamistischen Terroreinheiten."

(RP)
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