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7,22 Millionen Euro Mehrbelastung für den Kreis Heinsberg wegen Corona

Finanzen des Kreises Heinsberg : 7,22 Millionen Euro mehr Belastung wegen Pandemie

Die Corona-Krise reißt ein Loch in den Haushalt des Kreises Heinsberg. Es hätte allerdings deutlich größer ausfallen können: Als einziger in NRW hat der Kreis ein „Schmerzensgeld“ in Höhe von vier Millionen Euro vom Land erhalten.

Durch die Corona-Krise ist für den Haushalt des Kreises Heinsberg 2020 eine Mehrbelastung in Höhe von rund 7,22 Millionen Euro entstanden. Das geht aus einem Zwischenbericht von Kreiskämmerer Michael Schmitz über Entwicklungen im Kreishaushalt 2020 hervor.

„Da uns die Corona-Pandemie und ihre finanziellen Folgen sicherlich noch über das Haushaltsjahr 2021 hinaus beschäftigen werden, sind Vorsicht und Maßhalten bei der Haushaltsführung besonders wichtig“, sagte Schmitz. Diese Leitlinien seien aber nicht mit Panik zu verwechseln, denn dazu bestehe kein Grund. Der Kreis Heinsberg habe eine ordentliche Ausgleichsrücklage, geringe Kreditbestände und eine ausreichende Liquidität. Dies seien gute Voraussetzungen, um den Kreishaushalt erfolgreich durch die Krisenzeit zu manövrieren.

Die Verwaltung hatte wegen der besonderen Betroffenheit des Kreises Heinsberg am 17. März 2020 eine finanzielle Unterstützung des Landes NRW beantragt und dabei Mehrbelastungen von 5,5 Millionen Euro dargelegt. Das Land hat die außergewöhnliche Belastungssituation anerkannt und eine Sonderzahlung von vier Millionen Euro veranlasst. Dafür sprach Franz-Michael Jansen (CDU) dem Kreiskämmerer während der Sitzung des Finanzausschusses im Kreishaus ein großes Lob aus: „Dieses Schmerzensgeld, das kein anderer in NRW bekommen hat, hätten wir ohne Eigeninitiative nicht gesehen. Dafür gebührt Ihnen unser Dank.“

Die Mehrbelastungen durch die Corona-Krise in den Haushaltsjahren 2020 und 2021 sind von den Kommunen haushalterisch zu isolieren. Die Gesamtsumme der Belastungen wird durch außerordentliche Erträge ausgeglichen und in eine Bilanzierungshilfe überführt. Im Haushaltsjahr 2024 besteht das einmalige Recht, die Bilanzierungshilfe ganz oder teilweise gegen das Eigenkapital erfolgsneutral auszubuchen. Ab 2025 ist die Bilanzierungshilfe über eine Laufzeit von bis zu 50 Jahren abzuschreiben.

Die aktuell kalkulierte Mehrbelastung in Höhe von rund 7,22 Millionen Euro würde über 50 Jahre verteilt eine Haushaltsbelastung von rund 144.000 Euro pro Jahr ergeben.