Kreis Heinsberg: 16 bis 21 Uhr ist "die Zeit" für Einbrecher

Kreis Heinsberg : 16 bis 21 Uhr ist "die Zeit" für Einbrecher

Im ersten Halbjahr sind die Einbruchszahlen im Kreis Heinsberg im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent gesunken. Die Polizei will den Trend verstärken und setzt auf zusätzliche Aufklärung. Die Aufklärungsquote stieg um 13,3 Prozent.

Bei einem Einbruch in ein Wohnhaus an der Burgstraße in Wassenberg sind am Montag zwischen Mitternacht und 8 Uhr zwei Fahrzeuge gestohlen worden. Die Täter drangen vermutlich durch eine Tür in das Haus ein und durchsuchten die Räume. Sie entwendeten Geldbörsen sowie die Schlüssel für zwei vor dem Haus stehende Autos. Anschließend stahlen sie einen grauen BMW 5K sowie einen roten VW Polo 6R, beide mit Heinsberger Kennzeichen.

Im ersten Halbjahr 2014 blieb es im Kreis Heinsberg in 34 Prozent bei Einbruchsversuchen, weil die Wohnungen zum Beispiel gut gesichert waren. Foto: dpa (archiv)

In der Infostrecke lesen Sie, mit welchen Tipp Sie sich gegen Einbrecher schützen können.

Täglich berichtet die Polizei von Einbrüchen. Um die Menschen besser aufzuklären, wie die ungebetenen Gäste von ihren Taten abzuhalten sind, hat die Polizei diese Woche zu landesweiten Aktionen aufgerufen. Gestern zum Beispiel berieten Polizisten im Erkelenzer Obi-Baumarkt Kunden und Passanten. Sie stießen auf großes Interesse.

Dass es für die Polizei wichtig ist, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren, zeigen zwei Werte, auf die Wolfgang Ulbrich aufmerksam machte: "Gut zehn Prozent der Einbrüche könnten verhindert werden, wenn die Hausbewohner weniger leichtfertig wären."

Laut einer Kölner Studie seien es in mehr als acht Prozent gekippte Fenster, die Einbrecher für die Taten nutzen. Offene Fenster seien es in 1,6 Prozent und zu 0,4 Prozent offenstehende Türen. "Früher waren diese Zahlen noch höher", sagte Ulbrich. Und hier fügte Karl-Heinz Frenken, der Pressesprecher der Polizei im Kreis Heinsberg, den zweiten für die Polizei wichtigen Wert an: "Die Einbruchszahl hat sich im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Kreisgebiet um sieben Prozent verringert. Dafür ist die Aufklärungsquote um 13,3 Prozent gestiegen."

Absolute Zahlen zu Einbrüchen seien derzeit zur Veröffentlichung nicht freigegeben, es stehe aber fest: "Die verstärkte Präventionsarbeit und die Schwerpunktkontrollen tragen Früchte. Zudem merken wir, dass die Menschen öfter verdächtige Beobachtungen unter der 110 melden, seit wir massiver dafür werben." 2013 waren für den Kreis Heinsberg 816 Wohnungseinbrüche gezählt worden und 327 Einbrüche in gewerbliche Immobilien.

Einbrecher im Kreis Heinsberg suchen die schnelle, günstige Gelegenheit. Ihnen ist egal, ob das Haus innenstädtisch oder abgelegen im Ländlichen liegt, erklärte die Polizei. Wichtig ist Einbrechern, keine Zeit zu verlieren, weshalb die Polizei rät, es ihnen möglichst schwer zu machen.

Ulbrich zählte auf: "Eingebrochen wird zu 48 Prozent durch die Terrassentür, zu 32 Prozent durch Fenster, zu zwölf Prozent durch die Haustür und zu 7,2 Prozent durch Kellertüren. Wir raten dazu, alle erreichbaren Zugänge sicher zu machen, besonders auch die Lichtschächte von Kellerfenstern, worüber wir im Kreis Heinsberg in den vergangenen Jahren einen vermehrten Zugang zu Häusern verzeichnen."

Der Schaden, der nach einem Einbruch bleibt, liegt bei durchschnittlich 2500 Euro, "wobei die Beute an sich oft gering ist", sagte Frenken. Wobei schon drei Dinge helfen können, Einbrecher abzuschrecken, erklärte Ulbrich: "Erstens: Anwesenheit zeigen und für Beleuchtung sorgen. Die meisten Einbrüche passieren von 16 bis 21 Uhr.

Zweitens: Für eine gute Außenbeleuchtung sorgen, damit sich keiner im Dunklen am Haus herumtreiben und dieses ausspionieren kann.

Drittens: Den Täten Zeit stehlen und geprüfte Sicherungen gegen das Aufhebeln von Türen und Fenstern anbringen, wie einbruchhemmende Beschläge oder Zusatzschlösser." Gerne berate die Polizei dazu. Termine können unter 02452 9205555 (Anrufbeantworter) vereinbart werden.

(RP)