Zweite Bürgerbeteiligung für Klimakonzept in Krefeld

Krefeld : Zweite Bürgerbeteiligung für Klimakonzept

Dieser Abend zum Klimaschutz ist zweigeteilt: mit zwei dichten Impulsvorträgen mit Diskussion sowie einer Messe mit Informationen rund um den Alltag, vom Schutz gegen Starkregen und Hitze bis zur Planung der eigenen Mobilität.

Es ist der zweite große Abend, mit dem die Bürgerschaft an der Erarbeitung des Klimakonzeptes für Krefeld beteiligt werden soll. Unter dem Titel „KrefeldKlima 2030: Ist Krefeld fit für den Klimawandel?“ steht am Mittwoch, 28. August, 18 Uhr, im Foyer der VHS  der Schutz des Klimas mit deutlich praxisnahem Akzent im Mittelpunkt. Ein halbes Dutzend Experten steht bereit zur Information und für Fragen der Gäste. Die Bürger-Abende nehmen in dem Arbeitsprozess, in dem am Ende ein Beschluss des Rates über ein Klimakonzept für Krefeld stehen soll, einen wichtigen Stellenwert ein: „Klimaschutz ist kein Thema, bei dem die Verwaltung eine Vorlage erstellt und der Rat dann entscheidet“, sagte der zuständige Beigeordnete Thomas Visser bei der Vorstellung des Programms für den Abend, „da ist jeder Mensch gefordert in seinem täglichen Tun.“ Anregungen, Ideen und Fragen der Bürger sollen mit ins Konzept eingearbeitet werden.

Der Abend wird zweigeteilt sein: Er beginnt mit zwei Impulsvorträgen mit Diskussion. Tobias Kemper von der Energieagentur NRW spricht über die Folgen des Klimawandels für NRW; Stefanie Weiner von der renommierten Beratergesellschaft „Infrastruktur & Umwelt“ erläutert anhand von Beispielen aus Krefeld, wie sich die Klimaveränderungen auswirken und was man selbst etwa an Fassaden tun kann, um die Folgen zu mildern. Beide Experten stellen sich den Fragen der Zuschauer.

Ab 19.30 Uhr wird dann der Muche-Saal in der Volkshochschule als Messeraum eröffnet. An einer Reihe von Informationsständen geht es um konkrete Fragen zum Klimawandel. Angesprochen werden Themen wie Haus- und Grundstücksentwässerung, die Herrichtung eines „kilmarobusten“ Hauses, das mehr Schutz gegen Hitze bietet, die Klimafolgen für das Grundwasser, den Wald, die Natur und die Gesundheit.

Zu den Fachleuten, mit denen man an den Ständen reden kann: Tobias Kemper steht nach seinem Vortrag für weitere Fragen bereit. Christina Schmidt von der Verbraucherzentrale NRW geht etwa über den Schutz eines Hauses gegen Starkregen ein. Thomas Brons von der Unteren Wasserbehörde geht auf die Klimafolgen für das Grundwasser ein, Krefelds Stadtförster Jens Poschmann  berichtet über die Folgen für den Wald und die Natur. Insbesondere der Wald leidet  dramatisch unter der immer noch herrschenden Dürre. Oliver Winkelmann vom Fachbereich Gesundheit steht zu Gesundheitsfragen Rede und Antwort; die Hitze bringt schließlich eine enorme physische Belastung mit sich. Irina Blaszczyk vom Fachbereich Umwelt gibt Auskunft über den Arbeitsprozess zum Klimaschutzkonzept für Krefeld.

Der praxisnahe Aspekt des ganzen Abends soll aufzeigen, wie der Klimawandel unseren Alltag bereits durchdringt und wie man schon heute im Rahmen der „Klimafolgen-Anpassung“ seinen Alltag verändern kann. „Wir wollen aufzeigen, wie der Mensch schon heute vom Klimawandel betroffen ist und was Krefeld dazu machen können könnte“, sagt Irina Blaszczyk vom Fachbereich Umwelt. Womit sie auf das große Ziel anspielt: das Klimaschutzkonzept für Krefeld, das Ende des Jahres vom Rat verabschiedet werden soll.

Bekanntlich hat dieser Arbeitsprozess eine Rolle bei der politischen Debatte um die Ausrufung des „Klimanotstands“ gespielt, der von der Klimaschutzbewegung Fridays for Future gefordert worden war. Im Rat der Stadt gab es auch deshalb  Skepsis  gegenüber der öffentlichkeitswirksamen Aktion, weil die Stadt bereits die Erarbeitung eines fundierten Handlungskonzeptes in Sachen Klima auf den Weg gebracht hatte.  Der Kompromiss redet nun vom Klimanotfall und hat den Beschluss  bewusst als Teil des Arbeitsprozesses konzipiert (wir berichteten).

Ende des Jahres soll ein detaillierter Maßnahmenkatalog über Klimaschutzmaßnahmen in Krefeld vorliegen. Federführend bei der Entwicklung des Klimakonzeptes ist das auf Umweltfragen spezialisierte Beraterbüro „WertSicht“. Am Ende soll ein Bündel von Maßnahmen erarbeitet werden, die nach Prioritäten, Investitionskosten und Ertrag an CO2-Ersparnis aufgearbeitet werden. Auf dieser Grundlage soll dann die Politik entscheiden. Auf der Internetseite www.krefeldklima.de wird über den Prozess der Konzeptbildung informiert. Man kann dazu einen Newsletter abonnieren, der ständig über Neuerungen informiert.

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