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Zwei Infizierte – Omikron jetzt auch in Krefeld

Die Inzidenz in Krefeld liegt bei 390,6 : Zwei Infizierte – Omikron jetzt auch in Krefeld

Weitere zehn Fälle sind wahrscheinlich. Alle Personen befinden sich in Quarantäne. Das Gesundheitsamt meldet sechs weitere Corona-Tote. Die Gesamtzahl steigt auf 206. Ab Dienstag rollen Impfbusse „auf Bestellung“ durch die Stadt.

Die Unsicherheit wächst in Krefeld: „In der Stadt sind die ersten zwei Fälle der neu aufgetretenen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden“, sagt Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen. Es handele sich um zwei Personen einer Familie. Nach den bisherigen Recherchen gelte es als wahrscheinlich, dass sie sich bei einer Veranstaltung im europäischen Ausland angesteckt haben. In zehn weiteren Fällen werden noch Überprüfungen durchgeführt, doch Experten des Helios-Klinikums sind sicher, dass es sich auch bei diesen Infektionen um die neue Variante handelt. „Tatsache ist, dass es Delta nicht ist“, so Sabine Lauxen. „Daher kann es mit höchster Wahrscheinlichkeit nur Omikron sein.“ Alle betroffenen Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne, keine ist im Krankenhaus. Lauxen: „Wir werden die Quarantäne zu 200 Prozent kontrollieren.“ Omikron könnte „noch ansteckender sein und auch Geimpfte und Genesene leichter infizieren“, so die Sorge der Mediziner.

Die Corona-Zahlen in Krefeld steigen rasant: Sechs neue Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie meldet das Gesundheitsamt. „In allen Fällen bestand entweder kein Impfschutz oder die Personen waren noch nicht durch eine BoosterImpfung zusätzlich geschützt. Eine rund 55-jährige Person verstarb im Krankenhaus, lebte zuvor nicht in einem Heim, war nicht vorerkrankt und nicht geimpft“, so Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen. Eine rund 90-jährige Person, schwer vorerkrankt und nicht in einem Heim lebend, verstarb ebenfalls ungeimpft. Eine rund 80-jährige Person, die zuvor nicht im Heim lebte, verstarb im Krankenhaus. Sie war nicht geimpft und es waren keine Vorerkrankungen bekannt. Bei drei weiteren Verstorbenen bestand nach einer doppelten Impfung zu Beginn des Jahres noch kein Schutz durch eine zusätzlich notwendige Booster-Impfung: Eine Person starb im Alter von rund 85 Jahren, schwer vorerkrankt, im Krankenhaus, zwei weitere Personen im Alter von rund 80 Jahren starben ebenfalls nach schweren Vorerkrankungen im Krankenhaus. Insgesamt 206 Todesfälle hat es somit bisher in Krefeld im Zusammenhang mit der Pandemie gegeben.

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Die Gesamtzahl bestätigter Corona-Infektionen in Krefeld ist am Freitag, 3. Dezember (Stand: 0 Uhr), um 154 gestiegen. Der städtische Fachbereich Gesundheit hat bisher insgesamt 17.106 Corona-Infektionen gemeldet. Genesen sind inzwischen 15.606 Personen, 40 neu seit dem Vortag. Als aktuell infiziert gelten 1.294 Personen, am Vortag waren es 1.186 Personen. Die Sieben-TageInzidenz, die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, liegt bei 390,6. In einem Krankenhaus in Krefeld liegen aktuell 33 Bürger mit einer Corona-Infektion, zehn auf der Intensivstation. Acht dieser Patienten müssen beatmet werden.

Krefeld stehen deutlich schärfe Maßnahmen gegen die vierte Corona-Welle bevor. „Es gelten bundesweit einheitliche Maßnahmen wie eine 2G-Regelung im Einzelhandel“, sagt Stadtdirektor Markus Schön. „Mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf – wie Supermärkte – dürfen dann nur noch Geimpfte oder Genesene in Läden. Das heißt, es gibt einen De-facto-Lockdown für Ungeimpfte.“

Der Einzelhandel geht bei der Diskussion um schärfere Regeln auf die Barrikaden. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hält die drohende bundesweite Einführung der 2G-Regel für rechtswidrig. „Der Zugang zu Veranstaltungen und Orten im Kultur- und Freizeitbereich wie Kinos, Theatern oder Gaststätten ist künftig auch nur für Geimpfte und Genesene möglich“, ergänzt Rechtsdezernentin Cigdem Bern. Bei einer Inzidenz über 350 sollen auch Clubs und Diskotheken wegen des Ansteckungsrisikos geschlossen werden müssen. „Krefeld liegt deutlich über diesem Wert“, fügt die Beigeordnete hinzu.

Ab Dienstag, 7. Dezember, ist in der Seidenstadt für mehrere Wochen ein Impfbus im Einsatz. „Der Bus bringt das Impfen zu den Menschen“, so Sabine Lauxen. Auf seiner ersten Tour fährt der Bus unter anderem Grundschulen, Kindertagesstätten und Sportvereine an, für Mitarbeiter und Lehrkräfte ist eine (Booster-)Impfung möglich. „Wenn gewünscht und auf Anfrage, kommt das Impfteam auch zu nicht-städtischen Firmen oder Betrieben“, versichert die Dezernentin.

Die Stadt weitet ihr Impfangebot erneut aus. Am Seidenweberhaus gelten ab Montag, 6. Dezember, längere Öffnungszeiten: Montags bis donnerstags sowie samstags von 8 bis 20 Uhr wird dort nun durchgehend geimpft. Die Freitage sind für die Gruppenimpfungen reserviert. Impftermine können vereinbart werden unter der Adresse www.krefeld.de/impftermin.

Am Samstag, 4. Dezember, gibt es von 12 bis 18 Uhr wieder das „Adventsimpfen“ auf dem Von-derLeyen-Platz. Eine Terminreservierung ist hier nicht erforderlich. Priorität hat für die Verwaltung weiterhin der Schutz der schwerer gefährdeten höheren Altersgruppen, die zur Booster-Impfung aufgefordert waren. Sobald sich abzeichnet, dass diese Altersgruppe nicht mehr in hohem Maße Termine für das Impfzentrum abfragt, sei eine offizielle Öffnung des Impfzentrums auch für Personen möglich, deren Impfung noch keine sechs Monate zurückliegt. Dies werde die Stadtverwaltung rechtzeitig bekannt geben, erklärt Sabine Lauxen.

Die Vorbereitungen für die Kinderimpfungen im Seidenweberhaus laufen auf Hochtouren. Zum 13. Dezember soll der Impfstoff ausgeliefert werden und parallel auch die Stiko-Empfehlung erfolgen, berichtet Sabine Lauxen. Nach derzeitigem Stand sind am Freitag, 17. Dezember, und Sonntag, 19. Dezember, im Seidenweberhaus Impftermine für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren geplant. Insgesamt 12.000 Kinder und Jugendliche gehören für Krefeld zur entsprechenden Altersgruppe. Neben dem Impfzentrum werden auch die Kinder- und Hausärzte Impfungen anbieten. „Wir sind sehr flexibel und können auch weitere Termine je nach Nachfrage anbieten“, sagt Sabine Lauxen.

Die Verwaltung ist auch durch wiederholt aufgefallene Fälschungen von Impfausweisen und Testzertifikaten gefordert. „Wir leiten jeden Fall umgehend zu Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft weiter“, betont die Dezernentin.