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Krefeld-Oppum: Züge wegen Bombenentschärfung ausgefallen

Krefeld-Oppum : Züge wegen Bombenentschärfung ausgefallen

In Krefeld-Oppum ist am Freitag ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden. Rund 6000 Anwohner waren betroffen. Der Zugverkehr in der Region war betroffen: Einige Züge fielen komplett aus, viele andere hatten Verspätungen.

Auf dem Betriebs-Grundstück der Firma Schulz GmbH gegenüber der Neustraße Nummer 52, nahe des Schönwasserparks, wurde bei Ausschachtungsarbeiten am Dienstag eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Am Freitag wurde die Bombe entschärft: Der Straßenverkehr in dem betroffenen Gebiet war komplett gesperrt, mehrere Bus- und Bahnverbindungen wurden unterbrochen.

Ausfälle und Verspätungen bei der Bahn

Besonders betroffen war auch der Bahnverkehr. Sämtliche Verbindungen über Krefeld wie zum Beispiel die Züge nach Aachen, Düsseldorf, Kleve, Duisburg, Mönchengladbach und Köln waren unterbrochen. Eine Ausweichroute gab es nicht. Es kam zu einigen Zugausfällen und vielen Verspätungen in der ganzen Region. Nach und nach normalisierte sich der Bahnverkehr aber wieder.

Die Straßen in der Sicherheitszone im Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle waren ab 9.30 Uhr gesperrt. Es kam zu Staus und stockendem Verkehr unter anderem auf der Violstraße und auf der Berliner Straße. Die Wagen wurden umgeleitet in Richtung Zoo.

Zwei hilfsbedürftige Menschen wurden vom Roten Kreuz zur Turnhalle gebracht, die für die Anwohner als Aufenthaltsraum zur Verfügung steht. Insgesamt war aber wenig los in der Turnhalle. Die meisten Anwohner verbrachten die Wartezeit woanders, zum Beispiel bei einem Frühstück im Cafe del Sol. "So voll war es hier freitags morgens noch nie", sagte eine Kellnerin.

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Sprengmeister Peter Gieseke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst war für die Entschärfung zuständig. Er hatte übrigens eine kurze Nacht. Gieseke war am Donnerstag noch in Essen und Grevenbroich im Einsatz. Die Experten hatten im Vorfeld mit etwa 30 bis 45 Minuten für die Entschärfung gerechnet. Um kurz vor halb elf gab es Entwarnung: Die Bombe ist entschärft! Kurz darauf werden auch alle Sperrungen aufgehoben. Es war die erste Bombenfunf in Krefeld seit gut einem Jahr, der letzte Blindgänger war im September 2011 entschärft worden.

"Es war ein relativ unkomplizierter Zünder. Ich behandele dennoch jede Bombe wie meine erste. Denn wenn 120 Kilo Sprengstoff umsetzen mit 5000 Metern pro Sekunde, dann bleibt von mir nichts mehr übrig", sagte Gieseke nach der Entschärfung. Die Bombe habe nur 1,5 Meter unter der Erdoberfläche gelegen, dies sei relativ hoch. Etwa die Hälfte des Gewichtes bei jeder Fliegerbombe mache der Sprengstoff aus, also rund 120 Kilo bei einer Fünf-Zentner-Bombe, so Gieseke.

Der Blindgänger soll nach der Entschärfung noch übers Wochenende auf dem Gelände in Oppum bleiben. Am Montag will der Kampfmittelbeseitigungsdienst sie dann abholen. "Das ist kein Problem. Von der Bombe geht jetzt keine Gefahr mehr aus", versichert Gieseke.

(vdp)