Krefeld: Zu wenig Schüler: Arndt-Direktor will kämpfen

Krefeld: Zu wenig Schüler: Arndt-Direktor will kämpfen

36 Schüler meldeten sich zum kommenden Schuljahr am Arndt-Gymnasium an – zu wenig. Direktor Harald Rosendahl hat daher einen professionellen Schulberater engagiert. Die Traditionsschule will ihr Profil schärfen.

159 Jahre ist das Krefelder Arndt-Gymnasium alt. Die neuen Anmeldezahlen und die Tatsache, dass 2012 mit der Schließung eines Krefelder Gymnasiums zu rechnen ist, geben Anlass zur Sorge, dass nicht mehr viele Jahre hinzukommen. Harald Rosendahl (57), seit drei Jahren Direktor der Traditionsschule, haben die Anmeldezahlen erschüttert: "Natürlich lässt einen so etwas nicht kalt."

Mit dem Kollegium und den Eltern will er aus der Misere raus, zurück zu früheren Erfolgsjahren: "2005 und 2006 hatten wir jeweils 125 Anmeldungen, da müssen wir hin. Wir wollen wieder einen reputierlichen Platz in der Krefelder Schullandschaft." Um den zu erreichen, hat er einen professionellen Schulberater beauftragt. "Der erkennt von außen strukturelle Probleme und Chancen, die man selbst vielleicht nicht mehr sieht."

Gründe für die Misere

Für Rosendahl sind es mehrere Gründe, die zum drastischen Schülerrückgang führten. "Fakt ist, dass rund 20 Schüler, die jährlich von St. Tönis kamen, sich diesmal nicht mehr bei uns angemeldet haben. Es scheint zudem, dass die Vorstadtschulen inzwischen beliebter sind als die Innenstadt-Schulen." Als Versäumnis erkennt er, dass die am Arndt als letztem Krefelder Gymnasium angebotene Latein-Klasse ab der Fünf kaum noch nachgefragt war: "Dafür hatten wir nur noch drei Anmeldungen."

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Den starken Einbruch der Anmeldezahlen gab es schon 2009. 650 Schüler werden derzeit vom 50-köpfigen Arndt-Kollegium unterrichtet. Dass mit dem kommenden Schuljahr immerhin 60 Schüler hinzu kommen, ist den Umverteilungsmaßnahmen durch die Stadt zu verdanken: das Arndt übernahm Schüler vom MSM und vom Moltke.

Rosendahl weiß: Von den kommenden Anmeldezahlen wird viel, wenn nicht sogar alles abhängen. Deshalb will er das Schulprofil stärken. "Die Innenstadt braucht eine Schule wie das Arndt-Gymnasium", sagt Rosendahl, der als Lehrer am Moltke-Gymnasium begann, zum Arndt wechselte und 2007 Hans-Peter Kreuzberg als Schulleiter folgte.

Für Rosendahl hat das Arndt strategische Vorteile. Die Konzentration auf ein kleines Schulgebäude fördere die Kommunikation von Schülern und Lehrern – "das ist eine wunderbare Chance." Die individuelle Förderung soll ausgebaut, Arndt-Schüler sollen selbstständige Lerner werden. "Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung" nennt das der Pädagoge. Nicht zuletzt soll die ästhetisch-musische Tradition betont werden, die derzeit schon stark sei. "Vielleicht haben wir manche Stärken auch einfach nicht gut genug kommuniziert", mutmaßt der Direktor.

(RP)