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Zoo Krefeld: Überlebende Schimpansen des Zoo-Brands im Live-Stream

Nach Brand im Krefelder Zoo : Überlebende Schimpansen Bally und Limbo streamen nun aus ihrem Gehege

Seit dem Brand im Krefelder Affenhaus haben die Zoo-Besucher die beiden überlebenden Schimpansen Bally und Limbo nicht mehr gesehen. Nun bekommen sie über eine Videokamera Einblick in das abgeschirmte Gehege.

Es ist ein ungewöhnliches Wiedersehen, das der Krefelder Zoo seinen Besuchern bietet: Denn seit dem Brand in der Silvesternacht konnten sie die beiden westafrikanischen Schimpansen Bally (46) und Limbo (27) nicht mehr besuchen.

Sie leben aktuell zwar noch im Krefelder Zoo, sind dort aber in einem abgetrennten Gehege untergebracht, in das die Besucher keinen Einblick haben. Doch das Interesse an den einzig beiden überlebenden Tieren sei groß: „Wir werden von den Besuchern oft gefragt, wie es den beiden geht“, erzählt der Zoosprecher Adam Mathea.

Und so ist der Zoo auf die Idee gekommen, ein besonderes Wiedersehen zu organisieren: Dafür wurde eine Kamera installiert, die einen Blick in das Affengehege ermöglicht. Aus der oberen Ecke heraus wird der Schimpansen-Aufenthaltsraum gezeigt: Zu sehen sind dort Bally und Limbo, wie sie es sich in dem Hängenetz bequem machen oder  auf ihrem Kletterbaum kraxeln. Die hochauflösenden Aufnahmen werden per Live-Stream auf einen 60 Zentimeter großen Monitor übertragen, der im Gorillagarten angebracht wurde – so, dass die Besucher einen Blick auf die beiden Schimpansen werfen können. Die Kamera sei allein für diesen Zweck angebracht worden. „Die Aufzeichnungen werden nicht gespeichert, die Daten nicht für Forschungszwecke gesammelt“, erzählt Mathea.

Dass die Besucher die beiden Schimpansen vermisst haben, wurde dem Zoo immer wieder bewusst. „Sie haben eine besondere Beziehung zu den Menschenaffen“, sagt Mathea. Erst vor gut drei Monaten hat das Zoo-Team aus Handyaufnahmen ein Video zusammengeschnitten, dass zeigt, wie gut sich Bally und Limbo nach dem Brand in der Silvesternacht erholt haben. Durch das Feuer hatten die beiden Verbrennungen an Händen, Füßen und im Gesicht. „Die Wunden sind gut verheilt“, sagt der Zoosprecher. Auch seelisch würden sie einen stabilen Eindruck machen.

Schon im April hatte der Tierpfleger Daniel Schmidt berichtet, dass sich die beiden wieder so verhalten wie früher. Auch beim sogenannten Medical Training würden Bally und Limbo gut mitarbeiten, erzählt Pressesprecher Adam Mathea. Dabei werden die Tiere so trainiert, dass sie ohne Narkose medizinisch untersucht werden können.

Auf lange Sicht werden die beiden Schimpansen ihr Gehege in Krefeld verlassen und in einen anderen Zoo ziehen. Das sei für die sozialen Tiere von großer Bedeutung. Denn bis in Krefeld ein neues Haus entsteht und eine neue Gruppe aufgebaut werden kann, werden Jahre entstehen. „Aktuell läuft noch die Suche nach einer neuen Bleibe“, erzählt Adam Mathea.

Bis es so weit ist, können die Besucher die beiden Schimpansen nun also über den Monitor beobachten. Dies ist bislang nur vor Ort im Zoo möglich. Manchmal ist auch etwas Geduld gefragt:Denn das Gehege von Bally und Limbo besteht insgesamt aus drei Räumen, gefilmt wird aber nur in ihrem „Wohnzimmer“.