Nach Brand im Krefelder Zoo Überlebenden Schimpansen geht es „hervorragend“

Krefeld · Die beiden westafrikanischen Schimpansen Bally und Limbo sind die einzigen Tiere, die den Brand im Affenhaus überlebt haben. Die beiden haben sich gut erholt, meldet der Zoo.

 Schimpanse Bally wenige Tage nach dem Brand im Krefelder Zoo.

Schimpanse Bally wenige Tage nach dem Brand im Krefelder Zoo.

Foto: Zoo Krefeld/Hella Hallmann

„Wir sind sehr froh, dass die Schimpansen sich sowohl körperlich als auch seelisch erholt haben“, schreibt der Zoo Krefeld am Montagabend auf seiner Facebookseite. Durch das Feuer haben die beiden Verbrennungen an Händen, Füßen und im Gesicht erlitten. Doch schon wenige Tage nach dem Brand stellte der Zoo fest, dass das Haarkleid der Schimpansen vollständig erhalten war. Noch seien zwar an der hellen Haut im Gesicht und an den Händen, die Folgen der Verletzungen zu sehen, aber die Wunden seien gut verheilt. „Die Tiere haben keinerlei Einschränkungen“, sagt Tierpfleger Daniel Schmidt. Auch seelisch machen sie einen stabilen Eindruck: „Sie verhalten sich so, wie ich sie vom letzten Jahr kenne. Man kann natürlich nicht in die Tiere hineinschauen, aber von dem, was ich beurteilen kann, geht es ihnen hervorragend.“

Aus mehren Handyaufnahmen hat der Zoo einen Videoclip zusammengeschnitten: Darin sind Bally und Limbo zu sehen, wie sie sich gegenseitig kraulen und kleine Übungen machen. Schon vor dem Brand haben sie bei einem sogenannten „Medical Training“ mitgemacht. Dabei werden Tiere so trainiert, dass sie medizinische Behandlungen mitmachen. Etwa, wenn es um das Abhören mit dem Stethoskop geht. „Wir trainieren es jeden Tag, besonders Bally lernt schnell“, erzählt Schmidt. Aber auch Limbo mache inzwischen gerne mit und sei sehr wissbegierig.
Im Januar hat der Zoo mitgeteilt, dass Bally und Limbo auf lange Sicht in einen anderen Zoo ziehen sollen und dort idealerweise mit anderen Schimpansen leben. Das sei für die hochsozialen Tiere von großer Bedeutung. Denn bis in Krefeld ein neues Haus entsteht und eine neue Gruppe aufgebaut werden kann, werden Jahre vergehen. Noch habe es keine Rückmeldung des Zuchtprogramms gegeben, welcher Zoo dafür am besten geeignet sei, schreibt der Krefelder Zoo weiter auf seiner Facebookseite. Transporte seien derzeit jedoch ohnehin auf Eis gelegt.

Auch im KrefelderZoo mache sich die Corona-Krise bemerkbar. So berichtet der Zoo weiter, dass derzeit die Menschenaffenpfleger unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen arbeiten. Sie tragen Atemschutzmaßnahmen. Außer den Pflegern und Tierärztinnen dürfe derzeit niemand in Kontakt mit den Tieren treten. Der Zoo weist darauf hin, dass eine Übertragung zwischen Menschen und Menschenaffen bisher noch nicht nachgewiesen worden sei, aber das Friedrich-Löffler-Instutit dazu intensiv forsche.

(ubg)
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