Überraschender Tod: Krefelder Zoo trauert um Gorilla Tumba

Überraschender Tod : So emotional trauert der Zoo Krefeld um Gorillaweibchen Tumba

Abschied von einer Affen-Persönlichkeit: Gorillaweibchen Tumba ist überraschend im Alter von 45 Jahren gestorben. Besonders hart trifft ihr Tod die Mitbewohner in ihrer Senioren-Affen-WG im Krefelder Zoo.

Große Trauer im Krefelder Zoo: Gorilla-Weibchen Tumba ist am vergangenen Montag überraschend gestorben. Das hat der Zoo am Mittwoch mitgeteilt. Auf seiner Facebook-Seite hat der Zoo einen emotionalen Nachruf auf die Gorilladame veröffentlicht. Von den ersten Symptomen am Montagmorgen bis zu ihrem Tod seien demnach nur wenige Stunden vergangenen. Ihr Zustand verschlechterte sich so schnell, dass auch eine intensive tiermedizinische Betreuung erfolglos war. Die Untersuchung ergab laut Zoo, dass Tumba eine schwere Darmentzündung hatte.

Mit ihren 45 Jahren gehörte Tumba zu den alten Gorillas im Krefelder Zoo. 1975 zog sie in das Affenhaus ein und lebte dort zusammen mit Silberrücken Massa (48) und einer weiteren Gorilla Dame: Boma (46). Die drei waren in den 1980er/ 1990er Jahren eine erfolgreiche Zuchtgruppe: Tumba und Massa bekamen 1985 und 1995 Nachwuchs. Tochter Kira lebt mittlerweile im Moskauer Zoo und hat bereits selber Kinder.

Mit dem Tod von Tumba habe der Zoo nun eine Tierpersönlichkeit verloren, die für Pfleger und viele Besucher eine feste Größe in der Seniorengruppe der Flachland-Gorillas im Affenhaus war. „Solange ich denken kann, war Tumba da. Jetzt fehlt etwas und wir werden eine Zeit brauchen, bis wir es richtig realisiert haben“, sagt Tierpflegerin Eva Ravagni.

Und auch in den Facebook-Kommentaren drücken etliche Zoo-Besucher ihre Anteilnahme aus: „Sie strahlte immer so eine Art überlegene Gelangweiltheit aus, ganz so, als ob sie über den Dingen stand“, schreibt etwa ein Nutzer. Eine andere Leserin fügt hinzu: „Ruhe in Frieden großes Mädchen, wir wünschen dir eine gute letzte Reise. Meine Enkelin wird dich vermissen.“

Besonders aber trauern Massa und Boma um ihre Gefährtin, mit der sie jahrelang das Gehege teilten. Verabschieden konnten sie sich von ihr nicht mehr: Für gewöhnlich werden verstorbene Gruppenmitglieder einige Zeit im Gehege belassen, damit sich alle Tiere von deren Tod überzeugen können. Bei den tropischen Temperaturen im Affenhaus sei das aber nicht möglich gewesen, berichtet der Zoo.

Mit dem Tod von Tumba hatte niemand gerechnet, da sie bisher gesund war und selten Patientin war. Sorgen machten sich die Zoomitarbeiter eher über Silberrücken Massa, denn der kränkelt als ältester Gorillamann in Europa schon seit Jahren. Alle hoffen nun, dass er und Weibchen Boma den Tod von Tumba den Umständen entsprechend verkraften werden.

Mit 45 Jahren gehörte Tumba zu den alten Gorillas. Ab einem Alter von 35 Jahren zeigen die Tiere erste Alterserscheinungen. Im Freiland geht man derzeit von einer Lebenserwartung von 40 bis 45 Jahren aus. In Menschenhand können manche Tiere 60 und mehr Jahre alt werden.

(oli/ubg)
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