Krefeld: Gorilla-Baby Boboto bekommt drei Paten

Nachwuchs im Krefelder Zoo: Gorilla-Familie feiert Taufe mit Kuchen

Gorilla-Baby im Krefelder Zoo feiert Taufe

Mit einem Kuchen aus Reis und Maisflocken wurde im Gorilla-Gehege die Taufe von Baby Boboto gefeiert. Drei Ehepaare haben eine Patenschaft für den kleinen Gorilla-Jungen übernommen.

Gorilla-Mama Miliki greift beherzt zu. Sie stopft sich eine handvoll Kuchen in den Mund, kaut genüsslich und nimmt noch einmal nach. Baby Boboto lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Auch die vielen Fotografen, die sich vor den Fensterscheiben scharen, stören ihn nicht. Friedlich liegt der Gorilla-Junge in den Armen seiner Mutter. Die genehmigt sich ein weiteres Tortenstück.

Im Gorilla-Gehege des Krefelder Zoos gibt es etwas zu feiern: Der Gorilla-Junge, der an Silvester geboren wurde, hat vor einigen Tagen seinen Namen bekommen und wird nun getauft. Boboto, der Name kommt aus dem Kongo und heißt übersetzt Frieden. Zusätzlich zu seinem Namen bekommt das Gorilla-Baby drei neue Paten. Vermittelt haben sie die Zoofreunde Krefeld.

„Wir freuen uns sehr, dass sich spontan drei Ehepaare zur Übernahme einer Patenschaft entschlossen haben, als sie von seiner Geburt erfuhren“, sagt Waltraut Sulies, Patenschaftsbeauftrage der Zoofreunde, „so konnten wir schon die ersten Spendengelder für 2019 auf dem Tierpatenkonto verzeichnen.“ Auch sie selbst und ihr Mann Peter Sulies haben eine Patenschaft für den kleinen Boboto übernommen – zusammen mit Birgit und Heinz Ermert und Ingrid und Dieter Wotke. Die Zoofreunde unterstützen den Zoo mit verschiedenen Spendengeldern. Seit 18 Jahren bieten sie dafür die Tierpatenschaften an. Im vergangenen Jahr haben sie damit erstmals 80.000 Euro eingenommen. Mit den Geldern unterstützen sie den Zoo, zuletzt etwa bei der Sanierung der der Fischotteranlage oder der Servalanlage.

Die neue Tierpatin Birgitt Ermert beobachtet ihren Schützling, der immer noch im Arm seiner Mutter ruht: „Ich finde es schön zu sehen, wie die Familie sich entwickelt“, sagt sie. Denn einst war sie schon Patin von Bobotos Vater, dem Silberrücken Kidogo. Der Gorilla ist mittlerweile bei seiner Frau und dem Baby und leckt die Kuchenreste auf. „Reis ist für die Gorillas eine Delikatesse, den bekommen sie im Alltag nicht“, erklärt Tierpfleger Benjamin Harr. Die Torte hat er extra für den Anlass gebacken – aus Maisflocken, Apfelmuß, Sonnenblumenkerne und Reis. Den Gorillas scheint es zu munden.

Die Tierpatenschaften sind aber nicht das einzige Projekt der Zoofreunde. Damit auch die Schimpansen im Krefelder Zoo bald ein Freigehege bekommen, sammeln sie aktuell Spenden. Rund 2,5 Millionnen Euro werden für den Bau benötigt, jede Spende zählt.

Die Krefelder Zahnärztin Nicola Schüren hat sich dafür etwas Besonderes einfallen lassen: Wenn ein Patient eine Goldkrone entfernen muss, fragt sie: „Möchten Sie die Krone mitnehmen, oder spenden Sie das Gold für eine gute Sache?“ Mit dem Geld unterstützt sie verschiedene Projekte, mit diesem hat sie den Zoofreunden Krefeld für den „Schimpansen-Wald“ 10.000 Euro zukommen lassen.

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