Krefeld: Deswegen ist 14 aktuell die magische Zahl im Zoo

Veranstaltung in Krefeld : Deswegen ist 14 aktuell die magische Zahl im Zoo

Im Zoo dreht sich derzeit alles um die Zahl 14. Die Keilkopf-Glattstirnkaimane erwarten nach 14 Jahren wieder Nachwuchs. Das Weibchen hat viele Eier gelegt, 14 sind im Brutkasten, und die Panda-Dame Cosima feierte ihren 14. Geburtstag.

Im Regenwaldhaus des Krefelder Zoos lässt das Kaiman-Weibchen ihren Bruthügel nicht aus den Augen. Die Keilkopf-Glattstirnkaimane – damals vom Zoll  des Frankfurter Flughafens beschlagnahmt – erwarten Nachwuchs. Das Weibchen hat jetzt nach 14 Jahren wieder Eier gelegt. Im permanenten Verteidigungsmodus, behindert es die Pfleger dabei, das Gehege zu reinigen. Zoosprecher Adam Mathea erzählt von der werdenden Kaiman-Mutter: „Bei unserem letzten Reinigungsversuch hatten die Pfleger nur drei Minuten in der Anlage, bis sie schon sprungbereit vor uns stand. Auch der männliche Kaiman bekommt den Schutzinstinkt von der Kaimanin zu spüren, sodass es vorkommen kann, dass er  schon mal einen über den Deckel bekommt.“

Dem Krefelder Zoo gelang im Jahre 2005 mit eben diesem Kaimanenpaar die europäische Erstzucht von sechs männlichen Jungtieren der kleinen Unterfamilie der Alligatoren, womit er schon damals für  eine Sensation sorgte. Die Jungtiere sind damals im Jahr 2018 an den Krokodille Zoo in Dänemark abgegeben worden.

Beim Kaiman-Pärchen  kündigt sich seltener Nachwuchs an: Rund 30 Eier hat das Weibchen gelegt. Foto: Teibe Akdeniz

Jetzt liegen tatsächlich nach 14  Jahren wieder 14 Eier hinter den Kulissen im Brutkasten  und elf weitere im Bruthügel des Geheges im Regenwaldhaus.  Reptilieneier haben einen sehr kurzen Zeitraum für ihre Genitalbildung. Dabei entscheidet die Umgebungstemperatur über das Geschlecht der Nachkömmlinge. In der freien Wildbahn schütten Keilkopf-Glattstirnkaimane Wasser über ihre Bruthügel, um die Temperatur für die gelegten Eier anzupassen. Außerdem ist es üblich, dass die Reptilien bis zu 30 Eiern legen und ausbrüten. Daher sei es gut möglich, dass im Krefelder Zoo weitere befruchtete Eier tiefer im Hügel vergraben sind.

Panda-Weibchen Cosima ist eine echte Seniorin: 14 Jahre wird in freier Wildbahn kein Artgenosse alt. Foto: Teibe Akdeniz

Aus Schutzgründen könne man diese allerdings nicht entnehmen, da Reptilieneier nicht gedreht werden dürfen. „Anders als beispielsweise bei Hühnereiern haben die Reptilieneier keine Hagelschnüre. Daher darf man sie auf keinen Fall drehen, sondern muss sie behutsam in die Brutbox verlegen“, erklärt Pflegerin Beate Deelsma.

Dass die Eier an zwei getrennten Orten aufbewahrt werden, hat also einen bestimmten Grund: ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis. Bei 29 Grad und kühler wird es ein Männchen, bei 32 Grad und mehr ein Weibchen. Um eben diese Voraussetzungen für eine möglichst ausgewogene Population zu schaffen, wurden die Eier separiert. Schon jetzt schauen die Pfleger mehrmals täglich nach den Eiern, denn ab Mitte August könnten die jungen Kaimane schlüpfen.

Nicht nur im Regenwaldhaus dreht sich alles um die augenscheinlich, magische Zahl 14. Auch in der asiatischen Tierwelt des Krefelder Zoos bietet die Zahl 14 einen weiteren Grund zur Freude: Die rote Panda Dame Cosima feierte jetzt ihren 14. Geburtstag, damit gilt sie bereits als Seniorin. In der freien Natur werden sie etwa neun bis zehn Jahre alt. „Der Krefelder Zoo lässt die Tiere alt werden, das zeichnet uns aus“, erzählt Mathea sichtlich erfreut.

2007 kam Cosima aus Italien in den Zoo der Seidenstadt, in dem sie nun seit zwölf Jahren lebt. Zunächst teilte sich  der damals noch junge Panda ihr Gehege mit dem männlichen Panda Gorbi, mit dem es sieben Mal zu Nachwuchs kam. Heute – im hohen Alter – ist Cosima ruhiger geworden, sie lebt jetzt mit Rusty zusammen, der am 28. August seinen vierten Geburtstag feiern wird.

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