Zoo Krefeld: Polizei und Zoo zu tödlichen Schüssen auf verletzten Gorilla Massa

Nach Feuer-Katastrophe in Krefeld erlöst : Erschossener Gorilla war der verletzte Silberrücken „Massa“

Zwei Wochen nach der Feuer-Katastrophe mit 30 getöteten Affen ist bekannt geworden, dass die Polizei beim Einsatz am Krefelder Zoo einen verletzten Gorilla erschießen musste. Dabei handelte es sich um den 48-jährigen „Massa“.

Die Polizei hat die tödlichen Schüsse auf einen schwer verletzten Gorilla nach dem Brand im Krefelder Affenhaus als notwendig begründet. In einer Mitteilung am Mittwoch hieß es: „Unsere Kollegen waren zur Tötung des Tieres durch Kugelschuss nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet.“ Die Beamten hätten sich sonst nach dem Tierschutzgesetz strafbar machen können.

Bei dem getöteten Tier handelte es sich um den Silberrücken „Massa“. Im Zuge des Brandes war das 48-jährige Tier nach früheren Angaben als einziger männlicher Gorilla umgekommen. „Bei einem männlichen Gorilla entfaltete das Narkotikum aufgrund der Schwere der Brandverletzungen mit großflächigen Hautschäden nicht seine volle Wirkung, so dass die schnellste Erlösung des Tieres durch Kugelschuss mit Unterstützung der Polizei Ultima Ratio war“, erklärte der Zoo.

Über einen Bericht des Innenministeriums an den Landtag war bekannt geworden, dass ein Polizist am Morgen nach dem Großbrand im Krefelder Zoo den schwer verletzten Gorilla mit Schüssen aus einer Maschinenpistole hatte töten müssen. Wie der Zoo am Mittwoch mitteilte, hatte eine Tierärztin zwei weitere schwer verletzte Tiere eingeschläfert.

Die Vorgänge seien dem Zoodirektor bereits bei der ersten Pressekonferenz am Neujahrstag bekannt gewesen. „Zum emotionalen Schutz der beteiligten Personen (Tierärztin, Tierpfleger, Polizei) wurde gemeinschaftlich mit den beteiligten Behörden entschieden, diese Informationen nicht zu kommunizieren“, so der Zoo am Mittwoch in der Mitteilung.

Der Brand in der Nacht zu Neujahr war laut den Ermittlungen der Polizei durch eine Himmelslaterne ausgelöst worden, die auf dem Dach des Affenhauses gelandet war. Drei Frauen haben gestanden, die Himmelslaternen gestartet zu haben. Gegen sie wird wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Diese Tiere starben beim Brand im Krefelder Zoo

(mja/top/dpa)