Krefeld: Zoo: Ehedrama im Vogelhaus

Krefeld: Zoo: Ehedrama im Vogelhaus

Sein Name ist so prächtig wie sein Gefieder: König-Glanzstar. Aber prächtig geht es dem Vogel in der Voliere der afrikanischen Savanne derzeit wahrlich nicht. Grund ist – ach, welchen besseren Grund könnte es geben? – seine bessere Hälfte.

Sein Name ist so prächtig wie sein Gefieder: König-Glanzstar. Aber prächtig geht es dem Vogel in der Voliere der afrikanischen Savanne derzeit wahrlich nicht. Grund ist — ach, welchen besseren Grund könnte es geben? — seine bessere Hälfte.

Und dabei menschelt es nur allzusehr. Vielleicht liegt es aber auch am König-Glanzstar selbst. Lange führte er im Krefelder Zoo nämlich ein Single-Dasein — bis vor wenigen Tagen ein Weibchen Einzug hielt. Die Vogeldame gestaltete — ganz Frau — als erstes den gewohnten Schlafplatz ihres Mannes um. "Dieser war so erbost darüber, dass er sie mit kräftigten Flügelschlägen zur Räson brachte", berichtet Zoosprecherin Petra Schwinn. "Wie sich das Zusammenleben künftig gestalten wird, bleibt abzuwarten."

Wünschen wir den beiden, dass es irgendwann doch noch zu dem kommt, was zu dem führt, was sich gleich nebenan bei den Schwarzkehl-Arassaris, einem Verwandten des Tukans, ereignet hat. Dort schlüpfte zum zweiten Mal ein Jungvogel. An sich sind Nachzuchten schon eine Rarität, denn Arassaris sind heikle Pfleglinge. Jetzt freuen sich die Tierpfleger über das abwechslungsreiche Familienleben in der Südamerika-Voliere.

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Schon kurz nach der Eiablage bemühte sich der Jungvogel vom vergangenen Jahr, seine Eltern zu unterstützen. "Er half beim Bebrüten der Eier, was seiner Mutter wohl recht war, denn diese verbringt viel Zeit mit der Pflege ihres Gefieders und überlässt das Brüten lieber den Männern in der Familie", berichtet Schwinn. "Jede Änderung und sei es nur ein neues Rindenstück wurde aufmerksam wahrgenommen." Lange vor dem eigentlichen Ausflugtermin versuchte der Jungvogel seinen Bruder mit Leckereien aus der Bruthöhle zu locken. Vater und Mutter betütteln den neuen Nachwuchs von morgens bis abends.

Zuweilen ist dem Nesthäkchen die elterliche Fürsorge sichtlich zu viel und er macht sich davon, um mit seinem älteren Bruder durch die Voliere zu tollen. Bekannt ist, dass Arassaris deutlich geselliger leben als Tukane. Die erfahrenen Pfleger aus dem Vogelhaus schließen aus ihren derzeitigen Beobachtungen auf ein sehr soziales Familienleben, bei dem sich der ältere Nachwuchs auch an der Aufzucht beteiligt. Im Vogeltropenhaus leben 20 verschiedene Vogelarten und Indische Riesenflughunde in fünf Landschaftsvolieren. In der "Langen Nacht der Fledermäuse" am 3. September ist das Haus bis 22 Uhr geöffnet. Der Zoo hat täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet (Kassenschluss und Tierhäuser: 17.30 Uhr).

(RP)
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