Krefeld Zoo-Aufsichtsrat über Elefanten zerstritten

Krefeld · In der Debatte um die Elefantenhaltung hat Zoo-Chef Wolfgang Dreßen Rückendeckung von der Grünen-Ratsfrau Heidi Matthias und UWG-Fraktionschef Ralf Krings erhalten. Beide sind im Aufsichtsrat der Zoo gGmbh und nahmen Dreßen gegen Kritik des Aufsichtsratsvorsitzenden Joachim Heitmann (FDP-Ratsherr) und des Aufsichtsratsmitglieds Hans Butzen (für die SPD im Rat) in Schutz. Dreßen hatte das Modell favorisiert, langfristig ohne Elefanten auszukommen, und dabei die Elefanten als "Altlast" bezeichnet.

Krefelder Zoo: Die Tipps des Experten
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Krings erklärte, die Entscheidung für die Elefanten werde mehr und mehr zur Belastung für den Zoo und für die Tiere. Krings und Matthias waren sich darin einig, dass der Zoo mit den Elefanten finanziell überfordert sei und für die Tiere keine artgerechte Haltung sicherstellen könne. Der "Aufstand" (Krings) von Heitmann und Butzen gegen Dreßen sei privat motiviert. Krings: "Butzen und Heitmann setzen ihre Vorlieben über das Wohl der Tiere und die Wirtschaftlichkeit des Zoos." Frau Matthias sprach sich dafür aus, "die Elefantenhaltung in absehbarer Zukunft aufzugeben".

Sie bezeichnete die Reaktionen von Heitmann und Butzen als "völlig überzogene wütende Attacken", zumal Dreßen lediglich betont habe, dass ein mögliches Ende der Elefantenhaltung durch neue attraktive Tierarten kompensiert werden müsse. Matthias kritisierte vor allem Heitmann: "Außerordentlich bedauerlich ist, dass ausgerechnet der Aufsichtsratsvorsitzende, der das Wohl des Zoos im Auge behalten sollte, sich an solchen öffentlichen Grabenkämpfen immer wieder beteiligt."

Frau Matthias verteidigte die Investition über 400 000 Euro in das Elefantengehege, obwohl erwogen werde, die Haltung aufzugeben: "Hätten wir diese Baumaßnahmen nicht getätigt, wären die Elefantenkühe Rhena und Mumptas noch immer zwölf bis 16 Stunden pro Tag angekettet." Zudem sei das Großtierhaus unter der Prämisse umgebaut worden, dass diese modernisierte Anlage auch nach Abgabe der Elefanten genutzt werden könne — und zwar durch die Spitzmaulnashörner.

(RP/jre/url)