Krefeld: Zahl der Problemfamilien ist gesunken

Krefeld: Zahl der Problemfamilien ist gesunken

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in höchst problematischen Familienverhältnisse leben müssen, hat in Krefeld offenbar deutlich abgenommen. Obwohl die Gerichte landesweit zunehmend häufiger den Vätern, den Müttern oder beiden ihr Sorgerecht ganz oder teilweise entziehen, hat es in der Seidenstadt laut Landesamt für Statistik einen erheblichen Rückgang solcher Fälle gegeben. Statt 104 Mal wie im Jahr 2013 griffen die Gerichte im vergangenen Jahr nur noch 75 Mal ein. Das ist ein Rückgang um rund 28 Prozent. In NRW gab es einen Anstieg um 2,5 Prozent auf 4628 Fälle.

Bei einem teilweisen Entzug wird zum Beispiel das Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge entzogen. Das war in Krefeld 41 Mal der Fall (Vorjahr 49). Der vollständige Entzug wurde 34 Mal angeordnet (Vorjahr 55). Auffällig ist jedoch, dass in Krefeld immer häufiger das Sorgerecht auf das Jugendamt übertragen wurde. Waren es 2013 schon 46 Prozent der Fälle, sind es 2014 sogar 52 Prozent. Aussagekräftig sind diese Angaben im Vergleich zum Landesdurchschnitt. In NRW wird im Mittel in jedem dritten Fall das Personensorgerecht ganz oder teilweise von den Jugendämtern wahrgenommen.

Ferner geben die Zahlen des Landesamtes Auskunft über die so genannten Sorgeerklärungen. Diese Sorgerechtserklärungen sind eine Willenserklärung nicht verheirateter Eltern, die elterliche Sorge für ein Kind gemeinsam ausüben zu wollen. Dazu finden sich offensichtlich immer weniger bereit: In Krefeld gab es einen Rückgang von 234 auf 19 Fälle zu verzeichnen - ein Minus von 92 Prozent.

(sti)
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