Zahl der Insolvenzen in Krefeld steigt gegen Trend, von Norbert Stirken

Statistik aus Krefeld : Zahl der Insolvenzen in Krefeld steigt gegen Trend

Die vorläufigen Forderungen der Gläubiger für Krefeld betragen rund 45 Millionen Euro. 2018 stellten 433 Unternehmen und Personen beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Fast 45 Millionen Euro an Forderungen liefen bei Krefelder Gläubigern im vergangene Jahr auf, die nicht bezahlt werden konnten. Beim Amtsgericht gingen deshalb 433 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens ein. Das sind 12,2 Prozent mehr als im Vergleichsjahr 2017. In Nordrhein-Westfalen verlief der Trend entgegengesetzt. Die Zahl der beantragten Verfahren ging um 4,6 Prozent zurück. Darüber informierte das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW).

Dass unternehmerische Tätigkeit finanzielle Risiken birgt, mussten 77 Unternehmen und 61 ehemals Selbstständige feststellen. Von den  77 Unternehmensinsolvenzen (fünf mehr als 2017, plus 6,9 Prozent) sind 263 Arbeitnehmer betroffen. Das sind im Mittel drei bis vier pro Betrieb. Die Schuldsumme beläuft sich auf 18,5 Millionen Euro. Bei den früher selbstständig Tätigen stieg die Zahl um 19,6 Prozent von 51 auf 61. Sie konnten Rechnungen in Höhe von 13,75 Millionen Euro nicht bezahlen.

Die größte Gruppe bilden die Privatinsolvenzen. 288 Männer und Frauen sind zahlungsunfähig (plus 30 und plus 11,6 Prozent). Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger betragen 10,7 Millionen Euro. Darüber hinaus gab es sieben weitere Fälle wie Nachlässe und anderes.

Bei den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen wurden 26.817 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, beläuft sich die Höhe der voraussichtlichen Forderungen auf 4,7 Milliarden Euro und damit um 43 Prozent unter dem entsprechenden Vorjahresergebnis. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ging um 5,4 Prozent zurück. Im Jahr 2018 stellten mit 5575 so wenig Unternehmen einen Antrag auf Insolvenzeröffnung wie seit 2001 (damals: 6574) nicht mehr. In 4038 Fällen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet; in 1 537 Fällen wurde eine Eröffnung mangels Masse abgewiesen. Die voraussichtlichen Forderungen beliefen sich im Jahr 2018 auf 3,2 Milliarden Euro und waren damit halb so hoch, wie ein Jahr zuvor. Zum Zeitpunkt der Antragstellung waren 23.381 Arbeitnehmer von Unternehmensinsolvenzen betroffen. Neben den Unternehmen beantragten im letzten Jahr 21.242 weitere Schuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dabei handelte es sich in 17.382 Fällen um Verbraucherinsolvenzen; das waren 4,3 Prozent weniger als 2017. Die übrigen 3860 Fälle betrafen Nachlässe, Gesamtgut, natürliche Personen als Gesellschafter sowie ehemals selbstständig tätige Personen.

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