Krefeld: Zahl der Hilfsbedürftigen in Krefeld steigt

Krefeld: Zahl der Hilfsbedürftigen in Krefeld steigt

Das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik lieferte gestern neue Zahlen: Jeder vierte Minderjährige in der Stadt Krefeld ist von öffentlicher Unterstützung abhängig.

Die Zahl der Krefelder, die von öffentlicher Unterstützung leben, ist im vergangenen Jahre gegenüber 2015 um drei Prozent gestiegen. Bei 36.312 Personen reicht das Einkommen zur Existenzsicherung nicht aus. Vor zehn Jahren waren es mehr als 3000 Männer und Frauen weniger trotz höherer Bevölkerungszahl in der Seidenstadt. Das teilte das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) gestern bei der Vorstellung seiner aktueller Zahlen mit.

Die Leistungen sind in vier Blöcke eingeteilt: Der größte davon betrifft die Empfänger von Hartz IV (Regelleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II). In Krefeld leben 28.680 Empfänger von Hartz IV. Nur 459 sind es, die laufende Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen beziehen. 4053 Männer und Frauen erhalten Leistungen zur Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, und 3120 Personen Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Einzig bei der Grundsicherung im Alter ist die Zahl 2016 gegenüber dem Vorjahr gesunken - von 4109 auf 4053. In allen anderen Kategorien ist eine Zunahme zu verzeichnen. Für den Trend, dass immer mehr Menschen in der Stadt ohne öffentliche Leistung finanziell nicht über die Runden kommen, zeugt die so genannte Mindestsicherungsquote. Die stieg im Jahrzehnt von 14 Prozent auf 15,7 Prozent an. Noch deutlicher ist die Entwicklung bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen festzustellen. Die Quote stieg über die Jahre von 21,7 Prozent auf 24,7 Prozent. Das bedeutet, jeder vierte Minderjährige in Krefeld ist von öffentlicher Unterstützung abhängig.

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Ende 2016 erhielten in Nordrhein-Westfalen rund 2,2 Millionen Menschen Leistungen der sozialen Mindestsicherung. Wie Information und Technik Nordrhein- Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes mitteilt, ist damit die Zahl der Menschen, die in NRW existenzsichernde finanzielle Hilfen des Staates erhalten haben, um rund 14.000 höher als Ende 2015. Mit plus 0,7 Prozent fiel dieser Anstieg damit allerdings niedriger aus als in den Vorjahren.

Der Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass drei Prozent mehr Menschen Regelleistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II; Grundsicherung für Arbeitsuchende) bezogen haben: Die Zahl der Empfänger dieser Leistung lag Ende 2016 bei knapp 1,7 Millionen und war damit um rund 48.000 höher als ein Jahr zuvor. Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung bezogen knapp 267.000 Personen (minus 0,2 Prozent). Mit Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz wurden 191.000 Menschen (minus 14,6 Prozent) unterstützt und weitere 38.000 Personen (minus 2,1 Prozent) erhielten Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen.

Der Landesbetrieb Information und Technik (IT.NRW) ist amtliche Statistikstelle und der IT-Dienstleister für die Landesverwaltung Nordrhein-Westfalen. IT.NRW ist 2009 durch die Zusammenführung des ehemaligen Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen mit den Gemeinsamen Gebietsrechenzentren Hagen, Köln und Münster entstanden.

(sti)