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Zahl der Drogentoten in Krefeld  seit einem Jahrzehnt nahezu konstant

Sucht und ihre Folgen : Zahl der Drogentoten in Krefeld seit einem Jahrzehnt nahezu konstant

Die Bilder von suchtkranken Toten mit der Spritze in der Armbeuge in einem Bahnhofsklo illustrieren das gesellschaftliche Thema Drogenkonsum nur unzureichend. Die meisten Drogentoten in Krefeld sterben an den Folgen des Alkoholmissbrauchs.

Das Thema Suchtkranke und Suchttote  ist in Krefeld dauerpräsent: Dafür sorgt unter anderem die Szene auf dem Theaterplatz. Im Vergleich zum Land, für das im vergangenen Jahrzehnt eine deutliche  Abnahme der durch Drogenmissbrauch verstorbenen Personen zu beobachten ist, hat sich in der Seidenstadt im selben Zeitraum kaum eine Veränderung gegeben. Im Jahr 2008 sind 44 Männer und Frauen, 2017 genau 42 Personen und 2018 wieder 49 Suchtkranke an den gesundheitlichen  Folgen ihres Drogen- und Alkoholkonsums gestorben. Im Landesdurchschnitt sank die Zahl von 3472 über 3056 auf 2891 Tote. Das teilte das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) am Montag mit.

Die drogenbedingten Todesfälle in Krefeld machten zwischen 1,5 und 1,7 Prozent der Fälle aller Verstorbene in einem Jahr aus. Das sind aktuell mit 1,6 Prozent 0,2 Prozentpunkte mehr als im Landesmittel. Von den 49 Krefelder Toten weist die Statistik bei 41 Verstorbenen übermäßigen Alkoholkonsum als Todesursache aus. Acht Mal war es der Konsum von Medikamenten oder Rauschmitteln wie Heroin, Crystal Meth oder ähnliches.

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Im Jahr 2018 starben in Nordrhein-Westfalen 2096 Männer und 795 Frauen an den Folgen ihres Drogenkonsums (inklusive Alkohol. Wie das  statistische Landesamt anlässlich des nationalen Gedenktages für verstorbene Drogenabhängige mitteilt, war die Zahl dieser Verstorbenen damit um 5,4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor (2017: 3056) und um 16,8 Prozent niedriger als zehn Jahre zuvor (2008: 3473). 88,3 Prozent der infolge Drogenkonsums Gestorbenen starben aufgrund von übermäßigen Alkoholkonsum (2553 Fälle). In den übrigen 338 nicht-alkoholbedingten Fällen war der Konsum von psychotropen Substanzen, Betäubungsmitteln oder multipler Substanzgebrauch ursächlich für den Tod.

Im Jahr 2018 waren die meisten aufgrund von nicht-alkoholbedingten Drogenkonsum Verstorbenen 40- bis 59 Jahre alt. Das durchschnittliche Sterbealter lag bei 50,1  Jahren. Zehn Jahre zuvor waren die meisten Sterbefälle dieser Todesursache auf die 35- bis 49-Jährigen entfallen und das durchschnittliche Sterbealter war mit 44,7 Jahren um 5,4 Jahre niedriger.

Die landesweit höchsten Anteile der aufgrund von Drogenkonsum  Gestorbenen an allen Gestorbenen wurden in Essen (2,06 Prozent), sowie in den Kreisen Lippe (2,04 Prozent) und Euskirchen (1,94 Prozent) verzeichnet. Der Kreis Olpe (0,64 Prozent), der Hochsauerlandkreis (0,76 Prozent) und Herne (0,79 Prozent) wiesen die niedrigsten Werte auf. Die Statistiker weisen darauf hin, dass die Zuordnung der Todesursachen in der vorliegenden Statistik auf den Angaben in den ausgestellten Todesbescheinigungen basiert.