Krefeld: YouTube-Kanal für die Jugendarbeit

Krefeld : YouTube-Kanal für die Jugendarbeit

Franziska Rolauffs und Jugendliche der Fischelner Markuskirche haben ein Social-Media-Projekt entwickelt, mit dem junge Leute für ehrenamtliche Arbeit gewonnen werden sollen. Gestern Abend wurde es in der Kirche vorgestellt.

"Nur noch 4 - noch 3 - noch 2 Tage bis . . .". Diese geheimnisvollen Ankündigungen konnte man in den letzten Tagen in großen Lettern über dem Eingang der Markuskirche lesen. Ein Countdown, der bis gestern Abend lief, als das große Geheimnis gelüftet wurde: Um 20.15 Uhr zur Primetime fand der Release, die erste Veröffentlichung des Projektes "The Church Project" (TCP) in der umgestalteten Kirche statt. Jugendleiterin und Initiatorin Franziska Rolauffs hatte mit den Jugendlichen überlegt, wie eine Kirche der Zukunft aussehen muss, damit sie für die Jugendlichen attraktiv bleibt oder wird. Die MarkusJugend hat dafür einen eigenen YouTube-Channel für die Jugendarbeit entwickelt.

Bis zu zwei Dutzend Jugendliche der evangelischen Markuskirche hatten das ungewöhnliche Social-Media-Projekt seit September professionell vorbereitet. Foto: Thomas Lammertz

"Mir ist es wichtig, dass Jugendliche sehen, dass ehrenamtliche Arbeit etwas Schönes ist und dass sie erkennen, dass in der Kirche für sie Raum ist, wo sie freundschaftliches Miteinander, Geborgenheit und Anerkennung finden. Das Social-Media-Projekt holt die Jugendlichen in ihrer Welt ab. Wir haben entschieden, dass wir das Projekt professionell angehen und es richtig gut machen wollten", erklärt die Jugendleiterin.

Die nötigen Experten fanden sich in den eigenen Reihen der Jugendlichen. Seit September liefen die Vorbereitungen. So kümmerte sich ein Team um Rechtsfragen. "Wir haben sehr viele Artikel gelesen", erklären Sophia Flemming (16) und Jana Feldhoff (15). Als Ergebnis ihrer Recherchen haben sie eine Einverständniserklärung zur Abtretung von Bild- und Filmrechten entwickelt. Ein anderes Team kümmerte sich um Bildmaterial und um ein Channelbanner. Fridolin Bennartz (16) war in diesem Layout-Team der Experte. Er unterstützte zudem das Kreativ-Team, dem auch Raphael Hufnagel (16) angehört: "Wir haben uns um die Inhalte der Videos gekümmert, um das Drehbuch und die Kameraeinstellungen. Das war ganz schön viel Arbeit - hat aber Spaß gemacht". Die Koordination der Gruppen lief über WhatsApp.

Franziska Rolauffs ist seit April 2014 mit einer halben Stelle an der Markuskirche und seitdem für die Jugendarbeit zuständig. Mit einer halben Stelle, so die Jugendleiterin, werde man allerdings der Aufgabe nicht gerecht. Das Presbyterium der Markuskirche hat deshalb den Förderverein "MarkusJugend" gegründet, um eine volle Stelle mit zu finanzieren. "Ich sehe diese Förderung auch als Wertschätzung der Gemeinde", freut sich Rolauffs.

An die Finanzierung war die Auflage gebunden, ein Projekt zum Thema "Kirche der Zukunft" durchzuführen. "Auf diese Weise ist TCP entstanden: Etwa 25 Jugendliche haben daran mitgearbeitet. Es kamen viele Ideen zusammen, von denen wohl nicht alle - wie zum Beispiel ein Pool - realisiert werden können. "Aber eine der Ideen war der Bau eines Gartenhauses; das lässt sich bestimmt eines Tages umsetzen", ist sich Franziska Rolauffs sicher. "Unsere Gemeinde kann stolz darauf sein, so viele Jugendliche mit besonderen Fähigkeiten zu haben. Vielleicht können wir mit unserer Idee sogar für weitere Gemeinden Vorreiter sein. Das Motto auf unserem Flyer ist deshalb auch der Bibelvers: 'Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben'. Und eines ist ganz sicher: Die Zukunft unserer Kirche sind die Jugendlichen".

Markuskirche, Kölner Straße 480. E-Mail: "rolauffs@evangelischimsueden.de". Weitere Informationen unter: "http://www.markusjugend.de"

(RP)