Krefeld: Yilmaz weist Rassismus-Vorwurf zurück

Krefeld: Yilmaz weist Rassismus-Vorwurf zurück

Der Konservative Kreis hatte den Grünen-Politiker wegen einer Äußerung zur Ausbildung attackiert.

Zurückgewiesen hat der Grünen-Ratsherr Sayhan Yilmaz, zugleich Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Krefeld, den vom Krefelder Kreis ihm gegenüber erhobenen Vorwurf des Rassismus. Yilmaz hatte - wie zuvor schon der Integrationsrat - an Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund appelliert, sich verstärkt bei der Stadtverwaltung um einen Ausbildungsplatz zu bemühen. "Was daran rassistisch sein soll, erschließt sich mir nicht", so Yilmaz.

Stein des Anstoßes ist eine Stellungnahme des der CDU nahestehenden Konservativen Kreis Krefeld (K3), der hat die Forderung des Grünen-Ratsherrn als "hochgradig rassistisch" bezeichnet. K3-Sprecher Daniel Bruckmann: "Das Grundgesetz regelt, dass in Deutschland jeder die gleichen Chancen hat, unabhängig von seiner Herkunft, Religion oder seiner politischen Ansichten. Krefelds Bürger haben das Recht, dass alle Bewerber in der Stadtverwaltung die gleichen Chancen erhalten und nicht bestimmte Bevölkerungsgruppen bevorzugt werden."

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Yilmaz erklärte nun in seiner Stellungnahme, dass er vielmehr davon ausgehe, dass der Krefelder Kreis hier die Chance gewittert habe, mit einer vorsätzlich falschen Interpretation seiner Aussagen in einschlägigen Kreisen Stimmung machen zu können. "Ich habe an keiner Stelle davon gesprochen, dass Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund bevorzugt werden sollen", so Yilmaz. Dies sei durch die von der Stadt angewandten Auswahlverfahren ohnehin ausgeschlossen. Wichtig sei ihm allerdings, dass alle Menschen die grundgesetzlich verbürgten gleichen Chancen auch nutzten. Eben dies gelte auch für eine Bewerbung bei der Stadt, die im Übrigen ihrerseits von einer größeren Auswahl an Talenten ebenfalls profitiere. "Da offenbar unter jugendlichen Migranten die Verwaltung noch nicht so sehr als attraktiver Ausbildungsplatz gesehen wird, haben wir uns erlaubt, auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen", so der Politiker.

Auch der Konservative Kreis Krefeld (K3) plädiert dafür, dass alle Bewerber einen identischen Einstufungstest durchlaufen müssen, in dem sich die am besten qualifizierten Bewerber, und zwar unabhängig von ihrer Religion, Hautfarbe oder ethnischer Zugehörigkeit, durchsetzen müssen. Alles andere wäre die Benachteiligung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft und dies, so der Konservative Kreis, stehe einer liberalen und offenen Wertegemeinschaft entgegen.

(jon)