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„World of Warcraft“: Gamer-Szene der Welt schaut auf Krefeld

„World of Warcraft“ : Gamer-Szene der Welt schaut auf Krefeld

In der Spielewelt von World of Warcraft ist eine neue Figur eingeführt worden: der „alte Gott“ N’zoth. Weltweit versuchen Spieler-Teams, die Figur zu besiegen. Es ist ein Wettrennen auf höchstem Gamer-Niveau.

Krefeld ist zurzeit Schauplatz für ein weltweites Rennen: Die Fans des Computerspiels World of Warcraft verfolgen im Internet, wer in der Spielewelt von World of Warcraft einen neuen Endgegner besiegt:  Wer triumphiert als erster über den „alten Gott“ N’zoth? Dieser Gott ist mit neuen Fähigkeiten ausgestattet, die den Spieler vor neue, hohe Schwierigkeiten stellt. Ein Punkt: In diesem Fall kann der neue „alte Gott“ nur in Teams von mindestens 25 Spielern besiegt werden. Der in Krefeld ansässige Streaming-Anbieter „TaKeTV“ überträgt den Versuch des Top-Teams „Method” live aus dem Studio in Krefeld.  Das Gleiche versuchen parallel dazu Teams aus aller Welt. Das Ziel aller Mannschaften: Sie wollen der „World First” werden, also das weltweit erste Team, das den mit neuen Fähigkeiten aufgerüsteten Endgegner schlägt.

Dabei geht es im Gegensatz zu anderen  „E-Sport“-Veranstaltungen (E für elektronisch) weniger um ein hoch dotiertes Preisgeld als um die Liebe zum Spiel und ein hohes Maß an Engagement: Teilweise werden mehr als 16 Stunden am Tag gespielt, bezahlt wird die „Arbeit” durch die Aufmerksamkeit der Fans und die Gewissheit, zusammen mit dem Team ganz vorne und auf höchstem Niveau mitspielen zu dürfen.

Nebenbei wird diesmal für den guten Zweck gezockt. Bereits beim letzten „World First“-Rennen konnte das Team „Method“ (in der Szene werden die Teams Gilden genannt) auf diese Weise rund 60.000 Dollar für das Hilfsprojekt „Save the Children” einnehmen.

„World of Warcraft“ ist keines der simplen Ballerspiele, sondern ein in einer Fantasy-Welt angesiedeltes komplexes Rollenspiel, das viel Wert auf Kommunikation und Strategie legt. Sein Charakter spiegelt sich ganz gut darin, dass das Computer-Unternehmen IBM das Spiel 2009 zum Managertraining empfahl – mit folgender Begründung:  „Das Spiel fördert enorm die Führungsstärke. Es bringt den Spielern bei, Risiken einzuschätzen und Gruppen für besondere Ziele aufzubauen. Und es lehrt Einzelne, nicht überzureagieren, wenn sie für ein spezielles Ziel nicht ausgewählt werden.“

Die Spielewelt hat sich seit der Erstveröffentlichung 2009 ständig verändert. Stolze sieben Erweiterungen sind bislang erschienen. Täglich tauchen mehrere Millionen Spieler in die Welt der Orks, Tauren, Untoten, Zwergen und Gnome ab.  Die letzten offiziellen Zahlen aus 2015 sprechen von rund 5,5 Millionen aktiven Abonnenten.

„TaKeTV“ ist eine besondere Krefelder Erfolgsgeschichte. Das von Dennis Gehlen begründete Studo hat mittlerweile mehr als 30 Angestellte und verbreitet jährlich mehrere große E-Sport-Events. Das erste Studio in Krefeld war gerade mal 200 Quadratmeter groß - heute misst das Gelände rund das Zehnfache.