Wirtschaftsförderung Krefeld zieht in Ostwall-Passage

Immobilienwirtschaft : Wirtschaftsförderung zieht in Ostwall-Passage

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) und die Grundstücksgesellschaft Krefeld (GGK) ziehen von der Untergath in die Ostwall-Passage. Sie haben dort zwei Stockwerke mit 600 Quadratmetern Bürofläche gemietet. Der Neubau der Wohnstätte AG mit dem Stadtwerke-Servicecenter, Gastronomie, Praxen und Wohnungen soll im Laufe des kommenden Jahres bezugsfertig sein.

Die Vermarktung der Großprojekte der Wohnstätte AG — Werkkunstschule und Ostwall-Passage — in der Innenstadt an der Petersstraße macht Fortschritte. In wenigen Wochen werden die rund 80 Beschäftigten der Wohnstätte AG ihr neues Quartier am Standort der früheren Werkkunstschule beziehen. Mit dem neuen Verwaltungssitz inklusive großer Kundenhalle hinter der historischen und denkmalgeschützten Fassade verfügt die mehrheitlich städtische Gesellschaft über einen modernen und repräsentativen Standort, der bis hin nach Berlin Aufmerksamkeit erzeugte.

Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, machte Station in Krefeld, um sich bei seiner zweitägigen Rundreise am Niederrhein über das vielfältige Engagement der Wohnstätte AG vor Ort zu informieren. „Wir sind gefragt worden, ob wir unsere Vorhaben vorstellen möchten“, sagte Thomas Siegert, Vorstand der Wohnstätte AG und Geschäftsführer der Krefelder bau GmbH. „Sie machen sich nicht klein, wie es andere in City-Lagen tun“, kommentierte Gedaschko das viergeschossige Bauprojekt aus Beton, Glas und viel Holz. Eichenpaneele an den Wänden absorbieren den Schall und erzeugen atmosphärische Wärme für die Nutzer. Unter dem Dach werden vier Penthouse-Wohnungen realisiert.

Für die rund 1700 Quadratmeter Nutzfläche am bisherigen Sitz der Wohnstätte an der Königstraße zeichneten sich im Moment zwei Optionen ab: „Die Krefelder Stadtverwaltung könnte das Objekt für drei bis fünf Jahre zur Unterbringung eines Fachbereichs mieten“, sagte Siegert. Das wäre ideal. Besichtigungen hätten bereits stattgefunden. Derzeit prüfe die Verwaltung, ob die Büros infrage kämen. Der Nachteil bestehe in der fehlenden Barrierefreiheit.

Thomas Siegert ist Vorstand der Wohnstätte AG. Foto: Thomas Lammertz/Lammertz, Thomas (lamm)

Der Zeitraum von drei bis fünf Jahren sollte für eine Entscheidung ausreichen, ob die Kommune das Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz sanieren und als Verwaltungssitz nutzen wolle. Sollte das Votum pro Stadthaus ausfallen, dann wolle die Wohnstätte anregen, einen Bebauungsplan aufzustellen, um auf dem Grundstück Wohnhäuser bauen zu dürfen. Das Areal gehöre der AOK und sei in Erbpacht an die Wohnstätte überlassen, informierte Siegert.

Sollte die Entscheidung gegen das Stadthaus ausfallen, käme womöglich Plan B in Betracht (wir berichteten). Dann könnte diese Fläche und die der alten Volksbank für Verwaltungsneubauten genutzt werden, um eine Rathausachse vom Theater- zum Von-der-Leyen-Platz zu realisieren.

Die denkmalgeschützte Fassade der alten Werkkunstschule ist noch durch eine Plane vor den Blicken der Passanten geschützt. Im September will die Wohnstätte mit ihren 85 Beschäftigten den Neubau beziehen. Foto: Lothar Strücken

Während der Neubau Werkkunstschule im September bezugsfertig ist und von der Wohnstätte AG nahezu komplett selbst genutzt wird, ziehen sich die Arbeiten an der benachbarten Ostwall-Passage noch bis 2019 hin. Die gerieten in Verzug, weil die Vergabe des Rohbauauftrags vor Gericht angefochten worden war. Nach der Einzelhandelskette „kik“ und den Stadtwerken Krefeld, die dort ihr Servicecenter eröffnen, hat Siegert einen weiteren Ankermieter fest an der Angel: Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Krefeld (WFG) und die Grundstücksgesellschaft Krefeld (GGK) ziehen nach Fertigstellung von der Untergath an die Neue Linner Straße 87 in ihre neue Geschäftsstelle ein. Im ersten und zweiten Obergeschoss mieten die Gesellschaften rund 600 Quadratmeter Bürofläche an.

Neben Gedaschko nahmen auch Direktor Alexander Rychter vom Verband der Wohnungswirtschaft sowie die Krefelder Bürgermeisterin Gisela Klaer an dem Rundgang teil. „Die wohnungspolitischen Debatten drehten sich bislang fast ausschließlich um Wohnungsmangel in Ballungszentren. Dass viele kleinere und mittlere Städte lebenswerte Alternativen zu den immer enger werdenden Boomstädten sind, zeigten die besichtigten Quartiere“, erklärte Gedaschko.

Siegert gab dem Bundesfunktionär mit auf den weg, sich der „viel zu niedrigen Auftragsschwelle“ anzunehmen, bei der europaweite Ausschreibungen nötig würden. Eine Höhe von 5,488 Millionen Euro sei für ein Bauprojekt schnell erreicht. Wer einen Komplex mit 25 Wohnungen baue, komme bereits nicht mehr ohne europaweite Ausschreibung mit all ihrer Bürokratie aus, bemängelte Siegert.

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