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Krefeld: Wirtschaft und Politik begrüßen Horten-Investition

Krefeld : Wirtschaft und Politik begrüßen Horten-Investition

Ein Name für das umgebaute Horten-Haus wird noch gesucht. Die SPD fordert "absolute Priorität" für den Bauantrag.

Die vertraglich fixierte Investition des Berliners Joachim Tenkhoff in das alte Horten-Haus sorgt in Krefelds Wirtschaft und bei den politischen Parteien für große Zuversicht. Wie exklusiv am Samstag berichtet, will die Tenkhoff Properties GmbH das alte Horten-Haus am Ostwall zu einem Einkaufszentrum mit den Mietern Primark, Toys'R'Us und Rossmann umbauen. Ein Name für das Haus wird noch gesucht; auf Grafiken war das Objekt mit "Ostwall-Carree" beschriftet worden. Auf diesen Namen sind Investor und Mieter aber noch nicht festgelegt.

 So soll das Horten-Haus bald aussehen.
So soll das Horten-Haus bald aussehen. Foto: Tenkhoff

Weit über Krefelds Grenzen hinaus sorgte die Ansiedlung von Primark für Aufsehen; die Nachricht der Reaktivierung des Horten-Hauses wurde in Branchennewslettern thematisiert. Eckart Preen, Chef der Krefelder Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), sagte gestern: "Die Investition von Tenkhoff Properties stellt einen Durchbruch in den jahrelangen Bemühungen um eine Attraktivitätssteigerung der Krefelder Innenstadt dar. Erstens wird damit ein mehrjähriger äußerst symbolträchtiger Leerstand beseitigt und die Leerstandsquote in der Innenstadt auf einen Schlag mehr als halbiert. Zweitens wird nicht nur ein großflächiges und offenbar gerade bei jungen Leuten sehr beliebtes neues Sortiment im Bekleidungsbereich geschaffen, das auch viele Besucher von außerhalb nach Krefeld locken dürfte, sondern zugleich das zuletzt — gemäß dem Gutachten von Junker & Kruse — defizitäre Spielwaren-Sortiment deutlich bereichert." Er sieht in der aktuellen Ansiedlung auch eine Bestätigung des Ratsbeschlusses gegen ein großes Einkaufszentrum. Auch Franz-Joseph Greve, Vorsitzender der Krefelder Werbegemeinschaft, ist glücklich: "Primark wird für Krefeld ein Frequenzbringer. Für die Rheinstraße wird das ein Schub nach vorne, ich rechne dort mit erheblich größeren Kundenströmen."

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Auch aus Reihen der Krefelder Politik meldeten sich gestern erste Stimmen, bevor Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU) das Projekt morgen im Rathaus offiziell vorstellt. SPD-Fraktionschef Ulrich Hahnen sagte: "Dass Herr Tenkhoff dem Horten-Haus wieder neues Leben einhaucht, freut uns sehr." Er gehe jetzt davon aus, dass die Umsetzung der anstehenden Baumaßnahme in der Verwaltung, trotz erheblicher Personalengpässe, absolute Priorität besitzt. "Der Bauantrag muss zügig und effektiv bearbeitet werden. Dezernent Linne hat uns das versichert, deswegen sind wir optimistisch". Jetzt sei es wichtig, dass auch die Stadt die entsprechenden Rahmenbedingungen schafft.

Die Grünen teilten gestern mit, dass sie "mit großer Freude" auf die Nachricht reagiert haben, dass beim Horten-Haus vertraglich alles fixiert ist. "Damit ist ein ganz wichtiger Stein auch für die anderen geplanten Umbaumaßnahmen in der Innenstadt ins Rollen gekommen", so die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Stefani Mälzer. Das künftige Primark-Haus werde gemeinsam mit der neuen Haltestelle UdU, der sanierten Werkkunstschule und dem P&C-Projekt der nördlichen Innenstadt ein völlig neues Gesicht geben und deren Attraktivität in bedeutendem Maße steigern. Die Grünen sehen aber dennoch die Notwendigkeit, dass das Projekt auch zeitnah im dafür zuständigen Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung vorgestellt wird und beantragen dies für die kommende Sitzung im März.

Unsere Zeitung versuchte gestern auch, Vertreter des Ankermieters Primark Mode Ltd & Co KG mit Sitz in Hamburg zu erreichen — ohne Erfolg.

(RP)