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Krefeld: Wirte planen Protestaktion gegen Sky

Krefeld : Wirte planen Protestaktion gegen Sky

Der Bezahlsender will Krefelds Wirten für die Übertragung in der Gastronomie deutlich höhere Gebühren in Rechnung stellen. Die Gastronomen wollen sich jetzt zusammenschließen und gemeinsam dagegen vorgehen.

Die Weltmeisterschaft ist Geschichte, am 22. August startet die Bundesliga. Viele Krefelder Fußballfans werden dann in die Röhre gucken: Möglicherweise kündigen zahlreiche Gaststätten ihre Aboverträge mit dem Bezahlsender Sky, der die Spiele der Fußball-Bundesliga live zeigt. Denn der Sender plant zum Teil massive Gebührenerhöhungen für die Gastronomen. Die ersten Informationsschreiben sind bei Krefelds Wirten bereits eingegangen. Zum 1. September sollen die Preise steigen - zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres.

Stephan Hoffmann etwa hat die Nase gestrichen voll. Dem Inhaber der Indoor-Soccer-Halle Torfabrik mit Sitz Im Witschen flatterte in diesen Tagen jene Mitteilung des Bezahlsenders ins Haus. Die Preise des Gastro-Abonnements sollen angepasst werden, heißt es darin - heißt: Das Abo wird teurer. Und diese Erhöhung hat sich gewaschen, sagt Hoffmann. "Ich muss nur für die Erhöhung rund 120 Liter Bier pro Monat mehr verkaufen", hat er ausgerechnet. Rund 780 Euro brutto verlangt Sky künftig, das sind rund 9340 Euro pro Jahr. "Das rentiert sich für uns nicht mehr. Wir haben das Abo jetzt gekündigt. Unsere Kunden kommen eh nicht zu uns, um Fußball zu schauen, sondern um selbst zu spielen." Hofmann vermutet: "Sky scheint über die Gastronomiepreise die Privatkunden-Abos zu subventionieren." Stephan Hoffmann will sich jetzt zu einer Initiative mit anderen Wirten zusammenschließen und gemeinsam gegen diese Erhöhungen vorgehen.

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Für Freitag, 1. August, haben er und André Schicks, der Inhaber der Sportsbar Karussell mit Sitz an der Westparkstraße, ihre Fußball-zeigenden Kollegen eingeladen; dann wollen sich die Wirte Wege überlegen, was sie gegen diese Erhöhung unternehmen wollen. "Wir hoffen, dass wir möglichst viele Wirte unter einen Hut bekommen. Es besteht ja sicherlich ein gemeinschaftliches Interesse von Gästen und Betreibern, dass Fußball gezeigt wird. Bei den jetzt geforderten Preisen ist gegenüber dem Kunden kein Entgegenkommen mehr möglich", sagt André Schicks. Denkbar wäre, dass diese Wirte dann geschlossen ihr Abo kündigen, um so ein Zeichen zu setzen.

André Schicks rechnet seine Kalkulation vor: "Für die Saison 2012/13 haben wird noch 2400 Euro brutto bezahlt. Anfang 2014 hat Sky dann zur Rückrunde noch mal die Preise angezogen, und zwar auf rund 4900 Euro brutto pro Jahr, das sind fast 100 Prozent mehr. Jetzt will Sky für die kommende Saison 9840 Euro von mir haben, also noch mal das Doppelte. Ich müsste also einen Umsatz von rund 30 000 Euro machen, damit sich das Sky-Abo noch rentiert."

Für ihn selbst ist nur der Fußball interessant zu zeigen, vor allem die Samstagskonferenz. "Auf die Spiele am Freitagabend und am Sonntag könnte ich im Grunde verzichten", sagt Schicks, der nur dann an diesen Tagen volles Haus hat, wenn Borussia Dortmund spielt oder ein spannendes Lokalduell ansteht.

(RP)