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KFC Uerdingen: Wirbel um ausgefallenes Training

KFC Uerdingen : Wirbel um ausgefallenes Training

Die Mannschaft des KFC Uerdingen soll am Mittwoch angeblich das Training verweigert haben, weil wiederholt zugesagte Zahlungen nicht erfolgt sein sollen. Dies sagten mehrere Spieler. Vorsitzender Lakis dementiert und vermutet dahinter Ausreden.

Ausrechnet vor dem so ungemein wichtigen Spiel gegen den SV Lippstadt ist die komplette Mannschaft des KFC Uerdingen offenbar auf Konfrontationskurs mit der Vereinsführung gegangen. Am Mittwoch soll sie sich geschlossen geweigert haben, am Nachmittag das Training aufzunehmen. Daher sei es abgesagt worden.

Mehrere Spieler melden sich anonym

Mehrere Spieler, die nicht genannt werden wollen, teilten unserer Zeitung mit, dass einige Spieler angeblich auf zugesagte Zahlungen warten würden.

Ihnen zufolge soll das Team bereits vor Tagen gemeinsam beschlossen haben, das Training zu boykottieren, wenn nicht an einem von der Mannschaft selbst gesetzten Termin ausstehende Zahlungen (angeblich Gehälter und Prämien) seitens des Clubs getätigt würden.

Lakis und van der Luer dementieren einen Boykott

Trainer Eric van der Luer hatte am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung erklärt, das Training sei kurzfristig abgesagt worden, weil zu viele Spieler über Wehwehchen geklagt hätten, so dass ein geregeltes Training mangels Teilnehmern nicht möglich gewesen sei.

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Auch der erkrankte Vorsitzender Lakis sagte gestern auf Anfrage, dass das Training abgesagt worden sei, weil "in den letzten Spielen deutliche Verschleißerscheinungen erkennbar waren. Wir mussten die Jungs mal etwas kürzer treten lassen".

Lakis räumt kleinere Versäumnisse ein

Zum Vorwurf, wonach ausstehende Zahlungen der Grund für das ausgefallene Training sein sollten, sagte Lakis: "Ich wüsste nicht, wer kein Geld bekommen hat. Ich zahle immer am 15. des Monats, die Geschäftsstelle überweist dann die Gehälter an die Spieler. Daher weiß ich nicht, wer so etwas sagt."

"Allerdings, und das gebe ich zu, ist es auch schon vorgekommen, dass es leichte Verzögerungen gegeben hat. Da sind wir aber nicht der einzige Regionalligist, bei dem das so ist. Und es stimmt auch, dass es dieses Jahr finanziell nicht einfach ist. Auch in dieser Hinsicht haben wir die Liga unterschätzt. Wir haben beispielsweise die Zuschauerzahlen falsch kalkuliert, hatten mit 1000 Besuchern mehr pro Heimspiel gerechnet."

Lakis: "Wenn das stimmen sollte, wäre es charakterlos"

Lakis' Meinung nach haben offenbar einige Spieler nicht die prekäre Lage um die derzeitige sportliche Situation erkannt, und er vermutet, dass diejenigen Spieler, die von einem Trainingsboykott sprechen, dies lediglich kundtun, um sich ein Alibi aufzubauen. Lakis: "Wenn das stimmen sollte, wäre das von diesen Spielern charakterlos."

Überdies hinaus deutete Lakis Amtsmüdigkeit an. "Im März bin ich seit sechs Jahren Vorsitzender beim KFC. Das war eine Zeit, die teuer war und sowohl schwere als auch schöne Momente hatte. Ob ich mich nächsten Monat noch einmal für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stelle, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Allerdings werde ich den Verein nicht hängen lassen."

Konzentration aufs Spiel gegen Lippstadt

Am Donnerstagnachmittag trainierte die Mannschaft wieder. Am Samstag steht das so genannte Sechs-Punkte-Spiel (obwohl es auch hier nur drei Zähler gibt) gegen den Tabellenvorletzten SV Lippstadt an. Anpfiff in der Grotenburg ist um 14 Uhr. Für die Woche nach dem Spiel plant der KFC laut Lakis eine Infoveranstaltung für die Fans.

(RP)