Krefeld: Wieder Streit um Haltestellen-Umbau

Krefeld: Wieder Streit um Haltestellen-Umbau

Bezirksvertretung Fischeln und SWK Mobil kommen in Sachen barrierefreie Haltestellen nicht auf einen Nenner. Aufgrund der Streitigkeiten verzögert sich das Projekt um Jahre, die Bezirksregierung entscheidet nun in letzter Instanz.

Der Streit um den Standort für die barrierefreie Straßenbahn-Haltestelle auf der Kölner Straße, Höhe Fischelner Rathaus wird in letzter Instanz von der Bezirksregierung Düsseldorf entschieden. Verbunden mit dem nun eingeleiteten Planfeststellungsverfahren ist eine weitere Verzögerung um mehrere Jahre, die auch die Haltestellen "Schwimmbad" und "Eichhornstraße" betrifft.

Denn der Umbau aller drei Standorte müsse gleichzeitig passieren, betonte SWK Mobil-Chef Guido Stilling, der gemeinsam mit dem zuständigen Planer Heinz Josef Dellen in die jüngste Sitzung der Bezirksvertretung Fischeln gekommen war, um zum wiederholten Male den Standpunkt des Verkehrsunternehmens deutlich zu machen. "Wir werden nicht die Kölner Straße mehrere Jahre hintereinander voll sperren, um erst zwei Haltestellen umzubauen und dann die dritte", antwortete Dellen auf die Forderung von Bezirksvorsteherin Doris Nottebohm (SPD), doch schon mal mit den unstrittigen Haltestellen zu beginnen. Denn, so Dellen, der Umbau bedeute "einen massiven Eingriff von Hauswand zu Hauswand", Straßenbahnen könnten in dieser Zeit nicht fahren. Zudem seien aufgrund der durch den Streit verursachten Verzögerung die Fördermittel ohnehin verfallen, die Neubeantragung dauere etwa so lange, wie das Planfeststellungsverfahren.

Hintergrund: Eine Mehrheit der Bezirksvertreter hatte gegen den Plan gestimmt, die Haltestelle stadteinwärts vor dem Rewe-Markt zu errichten, und das Projekt "Barrierefreier Umbau", das eigentlich 2016 parallel zur Fahrbahnbelagserneuerung umgesetzt werden sollte, damit zum Stillstand gebracht. Wegfallende Parkplätze und stark veränderte Abbiegebeziehungen waren Hauptkritikpunkte, die auch vom Werbering-Vorsitzenden Robert Reichling formuliert worden waren. Er kritisierte jetzt erneut das Vorgehen der SWK. Diese habe sich nicht bemüht, die divergierenden Vorschläge zusammenzubringen und sich seit 2015 "nicht einen Millimeter bewegt".

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Als Alternative sehen manche Bezirksvertreter und der Werbering eine Zusammenlegung der Haltestellen "Rathaus" und "Clemensstraße" vor der Sparkasse. Dieser Vorschlag war aber von der SWK abgelehnt worden, auch mit dem Argument, man könne die Haltestelle Clemensstraße nicht einfach aufgeben. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion hatte Dellen 2015 erklärt: "Die Einzugsgebiete und Fahrgastzahlen rechtfertigen an jedem Standort, Rathaus und Clemensstraße, eine eigene Haltestelle." Diese hätten sich über 30 Jahre bewährt, die Laufwege von etwa 100 bis 150 Metern zu einer zusammengelegten Haltestelle wären für die Fahrgäste zu weit.

Diese Position scheint sich aber nun seitens der SWK Mobil geändert zu haben: Guido Stilling teilte den Bezirksvertretern jetzt mit, die Abstände Clemensstraße - Rathaus seien ja relativ dicht, gegebenenfalls könne man ganz auf die Haltestelle Clemensstraße verzichten. Der SWK sei so oder so noch keine Idee gekommen, wie man auf dem engen Straßenquerschnitt an dieser Stelle einen barrierefreien Umbau schaffen könne und, wie jetzt wieder von Benedikt Lichtenberg (CDU) gefordert, gleichzeitig eine "Shared Space"-Anmutung für den gewünschten Dorfplatz umzusetzen. Zu diesem Thema soll es nun einen Runden Tisch geben, ein Vorschlag von Lichtenberg, den Stilling gern aufgreifen will.

Die Planfeststellung, mit der nun final geklärt wird, wo die Haltestelle hinkommt, soll im nächsten Frühjahr beantragt werden. Bürger haben dann im Rahmen einer Offenlegung die Möglichkeit, Einsprüche zu formulieren. Die SWK Mobil wird Stellung nehmen, am Ende entscheidet die Bezirksregierung in Düsseldorf über die Fischelner Haltestelle. Das Verfahren wird zwölf bis 18 Monate in Anspruch nehmen, so dass vielleicht im Jahr 2020 der barrierefreie Umbau in Angriff genommen werden kann.

(RP)