„Hitze-Safari“ im Krefelder Zoo Wie Tiere im Zoo mit Hitze fertigwerden

Krefeld · Pinguine mögen Wärme mehr, als man denkt, Esel lieben Rasensprenger, Strauße baden mit Pelikanen: eine Hitze-Safari durch den Krefelder Zoo.

Wie gehen die Tiere im Krefelder Zoo mit der Hitze um?
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Wie die Tiere im Krefelder Zoo mit der Hitze umgehen

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Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Auch für Tiere im Zoo ist Hitze eine körperliche Herausforderung – wie werden sie damit fertig? Zum Beispiel Pinguine: Sie verbindet man  gewöhnlich mit Eis und Schnee. Das gilt allerdings nicht für die Puinguine im Krefelder Zoo. Wie Zoosprecherin Petra Schwinn erläutert, neigen sie sogar zum Frieren.

Im Krefelder Zoo leben Humboldt-Pinguine aus Chile und Peru. Die Hitze stört die Vögel nicht, im Gegenteil, sie sind daran gewöhnt und arbeiten sogar mit ihr. In der Natur errichten sie sich kleine Höhlen oder Brutmulden, in denen die Eier abgelegt und durch die Hitze ausgebrütet werden. Im Zoo sorgt der große Pinguinpool für ausreichende Abkühlung.

Tiere aus heißen und trockeneren Klimazonen, wie das Trampeltier oder der Zwergesel, müssen sich bei Hitze nicht umstellen und können aufgrund ihrer physiologischen Merkmale den Alltag wie gewohnt bewerkstelligen. Das Trampeltier, das im Unterschied zum Dromedar zwei Höcker hat, stammt aus asiatischen Wüsten. Die Tiere sind in der Lage, ihre Körpertemperatur zu regulieren und sparsam mit Wasser umzugehen – so überstehen sie die harten Lebensdebingungen in der Wüste. Die Trampeltiere im Krefelder Zoo bekommen aber täglich Wasser zum Trinken.

Auch der Zwergesel, bekannt als Lastentier in südlichen Regionen, hat mit den Temperaturen keine Probleme. Dennoch genießt Zwergeselhengst Pedro sichtlich das kühle Wasser aus dem Rasensprenger.

Auch auf der Afrikawiese sind Tiere versammelt – wie der Strauß und Impala-Antilopen –, die gut mit Hitze leben können. Schwinn erläutert, dass  großen Ohren bei Savannentieren auch die Funktion einer „natürlichen Klimaanlage“ haben. Durch das Wedeln mit den Ohren können sich die Tiere Luft zufächeln und kühlen. Dennoch wissen auch Savannentiere Abkühlung zu schätzen. Der Strauß zum Beispiel nutzt regelmäßig die Pelikanlagune für ein Bad.

Ganz eigene Gewohnheiten haben die beiden Elefantendamen Mumptas Mahal und Rena im Umgang mit Hitze. In der Natur sind Elefanten in der Lage, mit einem Rüsselzug 15 Liter Wasser auf einmal aufzunehmen und damit ihren Körper zu besprühen, wenn sie sich abkühlen wollen. Bei den beiden Seniorinnen Mumptas Mahal und Rena übernehmen die Pfleger diese Aufgabe. „Wenn der Pfleger die beiden täglich mit dem Schlauch abspritzt, trompeten die beiden lautstark los und genießen es richtig“, berichtet Schwinn. Gut zu beobachten war, dass die Elefanten sich wie ihre Artgenossen in freier Wildbahn mit Schlamm einpudern, um ihre Haut vor der Sonne zu schützen. Zum Trinken braucht ein Elefant rund 250 Liter Wasser am Tag. 

Heimische Tierarten wie die Thüringer Waldziege haben durchaus sichtlich Mühe, mit der Hitze fertigzuwerden. Die Thüringer Waldziege ist eine gezüchtete Haustierrasse aus Thüringen und an kühlere Temperaturen angepasst. Das war am Hitze-Dienstag deutlich am Verhalten der Ziegen abzulesen: Die Ziegen lagen träge im Schatten. Um sie bei Laune zu halten, hat der Zoo Rasensprenger und natürlich ausreichend Trinkwasser bereitgestellt.

Probleme mit der Hitze haben auch die Moschusochsen. Diese Art hat ihren Ursprung in den arktischen Tundren und ist ein kaltes Klima gewohnt. Bei der Errichtung des Geheges wurde dies berücksichtigt: Eine Vielzahl von Bäumen beschattet das Gelände, ein Teich sorgt für Abkühlung – bei Hitze legt sich der Moschus-Bulle glatt zum Schlafen ins Wasser.

Einen Appell, wie man heimische Tiere zu Hause bei Hitze unterstützen kann, gibt Petra Schwinn noch mit auf den Weg: „Man sollte kleine Wasserstellen oder Tränken mit Stöcken oder Steinen an einem schattigen Ort errichten, um es Vögeln und Insekten, die auch Wasser aufnehmen müssen, erträglicher zu machen.“

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