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Krefeld: Wenn Fuchs zum Wolf wird

Krefeld : Wenn Fuchs zum Wolf wird

Über 500 Schulklassen hat Rolf Heck mit seiner Rollenden Waldschule bereits besucht. Viele Kinder kennen den Jäger auch aus dem Landschulheim Herongen. In diesem Jahr ist er seit zehn Jahren unterwegs.

Gibt es ein Fleckchen Erde, wo Fuchs und Hase friedlich zusammenleben und Dachs und Bussard einträchtig nebeneinander stehen? Rolf Heck von der Kreisjägerschaft Krefeld hat einen solchen Ort geschaffen. In der Rollenden Waldschule in Hüls – ein umfunktionierter Anhänger – muss sich nie ein Tier vor dem anderen fürchten. Es handelt sich nämlich bei allen um ausgestopfte Präparate.

Seit zehn Jahren gibt es die Waldschule nun. Die Idee dazu entstand schon drei Jahre früher. Heck und andere Mitglieder der Kreisjägerschaft waren 1993 auf der Rheinischen Landesausstellung, als sie einen Vorläufer der Waldschule zu Gesicht bekamen. Der war jedoch nicht sehr häufig unterwegs. „Wenn wir nur fünf Tage im Jahr ausstellen, können wir damit nicht viel anfangen“, dachten sie sich – und bauten einfach selber eine Waldschule. Das in Eigenarbeit umgebaute Wohnmobil wurde 1996 fertiggestellt.

Nutrias und Hasen

Seit der Vorstellung auf dem Traarer Bauernmarkt ist die Waldschule vor allem im Schullandheim Herongen oder in Krefelder Kindergärten und Schulen anzutreffen. Dabei sollen die Schüler vor allem durch Anfassen mit den Tieren in Kontakt kommen. „Begreifen durch begreifen ist unser Motto“, sagt Heck. Mehr als eine halbe Million Besucher hat er so erreicht.

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Insgesamt 23 Präparate können Kinder hier bestaunen. „Am Anfang habe ich bei alten Jägern um Präparate gebettelt“, erzählt Heck lächelnd. Neben Füchsen und Hasen sind auch Dachse, Nutrias oder Bussarde zu finden. Dringenden Handlungsbedarf sieht Heck bei der Aufklärung der Kinder in Sachen Wald. „Es ist vorgekommen, dass Eltern zu ihren Kindern gesagt haben: Schau mal, ein Wolf. Dabei haben sie auf den Fuchs gezeigt. So wurde auch der Dachs zum Waschbär oder der Bussard zum Adler“, erinnert sich Heck. Und ergänzt: „Die Lehrer in der Schule sind häufig eher zurückhaltend. Den Unterschied zwischen Kaninchen und Hase wissen die meisten nicht.“

Ist die Arbeit mit der Waldschule denn zeitaufwendig? „Fragen Sie mal meinen Sohn“, antwortet Heck grinsend. „Es gab Zeiten, da hat er mich mit Onkel angeredet.“

Die Rollende Waldschule ist nahezu jedes Wochenende unterwegs. Dabei werden auch ungewöhnliche Fragen gestellt. „Einmal hat mich eine Zweitklässlerin zu den Dachsjungen gefragt: War der Dachs denn verliebt?“, erzählt Heck. Über 500 Schulklassen hat der hauptberufliche Hotel- und Gaststättenkaufmann über den Wald informiert.

Dabei ist er in Sachen eigener Bildung nicht untätig geblieben. Neben seinen „Berufen“ als Waldlehrer und Naturführer hat er auch einen Jägerschein und eine Ausbildung als Kräuterpädagoge absolviert. Heck kennt die Probleme seiner Schützlinge. Denn: „Die Eltern gehen mit den Kindern einfach nicht mehr in den Wald. Woher sollen die Kleinen das dann wissen?“

(RP)