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Krefeld: Weihnachtsgefühl dank Nachbarschaft

Krefeld : Weihnachtsgefühl dank Nachbarschaft

An der Bockumer Fasanenstraße schmücken die Anwohner bereits seit zwölf Jahren den Straßenzug zum Fest. Angefangen hat alles mit dem Beleuchten einiger Tannen. Im Vordergrund stehen Geselligkeit und Gemeinschaft.

Dicht drängen sich einige Anwohner um einen runden Tisch an der Straße, der mit einer kleinen Lampe verziert ist. Um die Nachbarn herum entfaltet sich ein wahres Leuchten warmer Farben; von hier haben sie alle den besten Blick auf ihr eigenes Werk: den wohl weihnachtlichsten Straßenzug von ganz Krefeld. Zu finden ist dieser in Bockum. Angefangen hat alles vor zwölf Jahren, als einige wenige Nachbarn der Fasanenstraße anfingen, ihre Tannenbäume im Vorgarten zum Advent weihnachtlich zu schmücken.

"Von Jahr zu Jahr wurden es mehr, und da hier sowieso eine gute Straßengemeinschaft besteht, kam schließlich die Idee auf, dass alle mitmachen", sagt Günter Luven, der einer der Wegbereiter für das gemeinschaftliche Schmücken war. Um nichts dem Zufall zu überlassen, erstellten einige Nachbarn Wurfsendungen, die in die Briefkästen der Anwohner eingeschmissen wurden. Die Resonanz war so gut, dass seither jährlich zum Beginn der Adventszeit nahezu alle Häuser und (Vor)Gärten geschmückt werden. Zwei Samstage investiert die Straßengemeinschaft in die Vorbereitungen. "Wichtig ist dabei vor allem die Gemeinschaft und die Geselligkeit. Wir helfen uns auch untereinander: Ältere Nachbarn, die nicht mehr so beweglich sind, stellen ihren Weihnachtsschmuck raus und die Jüngeren hängen es auf", erklärt Luven. Abends stehen die befreundeten Nachbarn gerne auf einen Glühwein zusammen und tauschen sich aus.

So ist die Bockumer Fasanenstraße alle Jahre wieder festlich geschmückt: Vor den Häusern stehen beleuchtete Rentiere mit Geschenkpaketen oder Weihnachtsmänner im Schnee. Manche steigen per Kletterseil die Hausfassaden hoch. Zudem haben die Häuser an den Regenrinnen Eiszapfen hängen, die hell leuchten. "Wir haben unter den Anwohnern zwei Spezialisten, die zu den Regenrinnen hochsteigen und die Beleuchtung anbringen", sagt Luven. Die Tannenbäume in den Vorgärten sind mit Lichterketten und die Hauseingänge mit Girlanden geschmückt.

Die auffällige Beleuchtung ist inzwischen stadtbekannt und lockt Neugierige aus ganz Krefeld an, die einmal einen Blick auf das Lichtermeer werfen wollen. "Das scheint mir einmalig in Krefeld zu sein. Jeden Abend ist bei uns die Hölle los", sagt Anwohner Luven, der an der Fasanenstraße geboren und nie dort weggezogen ist. Dieser Andrang entkräftet auch die Sorgen einiger Bewohner. "Manche meinten im Laufe der Jahre schon mal, dass das, was wir hier machen, nicht mehr zeitgemäß ist. Auch die Stromkosten waren ein Thema", sagt Luven. Für letztere Sorge gibt es inzwischen eine Lösung: Die Anwohner haben in den vergangenen Jahren LED-Beleuchtung angeschafft, die günstiger ist. "Ich schätze, ich habe etwa 50 Euro an Stromkosten durch die Weihnachtsbeleuchtung und das ist es mir wert", sagt Luven. Die Lichter werden übrigens per Zeitschaltuhr gesteuert und gehen jeden Abend um 17 Uhr an und um 23 Uhr aus.

Einziger Wermutstropfen für Luven und Co. ist die Tatsache, dass nicht alle Anwohner der Fasanenstraße mitziehen, und das, obwohl jährlich mehr Familien mitmachen — aktuell 27. "Ich schätze, 95 Prozent sind dabei, der Rest möchte nicht. Das ist schade, da diese nichtbeleuchteten Häuser richtig aus dem Bild herausfallen", sagt Luven. Er hofft, dass diese Anwohner auch noch umschwenken und den beeindruckenden Anblick der weihnachtlichen Fasanenstraße abrunden.

(RP)