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Wegen Corona.Krise Hochzeit verschoben

Paar aus Krefeld : Corona-Krise – Hochzeit verschoben

Der Wunschtermin sollte der 9. Mai sein. Die Location, die Kirche, DJ und Fotograf, sogar die Kirchensängerin hatten schon zugesagt. Die Einladungen wurden im Herbst 2019 verschickt. Jetzt ist die Trauung auf den Oktober verschoben.

Dass der Tag, der eigentlich der schönste des ganzen Lebens werden soll, gleich zweimal verschoben werden muss, diese Erfahrung haben sich Nadine und Thomas Knauf nun wirklich nicht gewünscht. „Am Anfang war ich richtig traurig“, berichtet die Braut. Sie und ihr Mann sind bereits seit Herbst 2017 standesamtlich verheiratet und wollten eigentlich im darauf folgenden Frühjahr kirchlich heiraten. Während die standesamtliche Trauung in der Geburtsstadt des Bräutigams, in Stolberg, stattgefunden hatte, hatte sich Nadine Knauf gewünscht, in Krefeld kirchlich getraut zu werden.

Da sie in Hüls die katholische Grundschule besucht hatte und somit die Kirche Sankt Cyriakus gut kannte, war es schon als kleines Mädchen ihr Traum, dort ihre Hochzeit zu feiern. Leider musste aber der große Tag aus familiären Gründen verschoben werden. Als dann Anfang 2019 Söhnchen Cassian, der im Juli 2018 das Licht der Welt erblickt hatte, „aus dem Gröbsten ’raus war, haben wir überlegt: Jetzt wollen wir es angehen“, erzählt die 31-Jährige. Wieder wurde die Hochzeit vorbereitet.

Das Brautkleid hatte sie schon längst zu Hause, das war bereits für den Ursprungstermin gekauft worden und passte nach der Schwangerschaft auch schon wieder perfekt. Der Wunschtermin wurde schnell gefunden, es sollte der 9.Mai 2020 sein. Die Location, die Kirche, DJ und Fotograf, sogar die Kirchensängerin hatten schon bald zugesagt. Die Einladungen wurden im Herbst 2019 verschickt und kein einziger der fast 100 Geladenen sagte ab, obwohl die Gäste zum Teil aus Bayern, Österreich oder Norddeutschland anreisen sollten.

Die Planung einer solch großen Hochzeit erfordert eine Menge Zeit und Know how; Nadine Knauf wurde auf der Suche nach kompetenter Unterstützung auf Instagram fündig. Stefanie Kox, Hochzeitsplanerin und Inhaberin der Brautboutique Maleika in Krefeld an der Königstraße, sollte zum Beispiel die Dekoration am Tag selbst in der Kirche und dem Veranstaltungsort Haus Kleinlosen übernehmen. „So muss ich mich dann um nichts kümmern“, erläutert die angestellte Unternehmensberaterin. Somit konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Dann kam Corona.

„Obwohl keiner unserer Gäste nachgefragt oder Bedenken angemeldet hat, haben wir uns vor zwei Wochen dazu entschieden, die Feier nun noch einmal zu verschieben“, berichtet Nadine Knauf. Es sollte aber zumindest eine persönliche Nachricht sein, keine simple Whatsapp. Daher verschickten die beiden Brautleute ein dreiminütiges Video, in welchem auch gleich der neue Termin genannt wurde. Die Reaktion der Gäste war durchweg positiv, alle hatten vollstes Verständnis und sagten auch sofort für den neuen Termin, den 31. Oktober 2020, zu. „Sie waren erleichtert, und sagten, das sei eine verantwortungsvolle Entscheidung“, erklärt die Braut und ergänzt lachend: „Einige haben einfach die Originaleinladung behalten, das alte Datum durchgestrichen und das neue darüber geschrieben.“ Trotz des zunächst großen Bedauerns über die erneute Verschiebung ist sie aber angenehm überrascht, dass es bei keinem der beteiligten Dienstleister Probleme gab: „Alle Beteiligten, sogar Brautstylistin und Konditor, waren sehr kulant und werden einfach auf den neuen Termin wechseln.“

Was werden die beiden Hauptpersonen denn nun am 9. Mai, dem Tag der eigentlich geplanten Feier, machen? „Das hängt davon ab, ob wir wieder unsere Familie treffen können“, erläutert Nadine Knauf. Dann würden wir mit den Verwandten etwas Besonderes machen.“ Und wenn nicht? Auch dafür hat sie eine Lösung parat: „Dann werden wir unsere standesamtliche Kleidung anziehen und ein Glas Sekt trinken.“

Es gibt ja den alten Spruch, dass bei jeder Hochzeit auch etwas Altes dabei sein soll. Die Hochzeitskerze mit dem Datum von April 2018 darf dann in diesem Oktober endlich zum Einsatz kommen, und auch das Brautkleid – seit drei Jahren versteckt, damit Thomas Knauf es nicht schon vor der Kirche sieht – wartet nun endlich auf seinen großen Tag. Für Brautpaar und Gäste aus nah und fern bleibt nun einfach etwas mehr Zeit für Vorfreude, und die ist ja bekanntlich die schönste Freude.