Was in Uerdingen anders werden soll

Pläne für Uerdingen : Was in Uerdingen anders werden soll

Neue Fassaden, mehr Aktionen: Bei der Vorstellung des Integrierten Handlungskonzepts für Uerdingen wurde aufgezeigt, wie privates Engagement mit Geld gefördert wird. In sechs Jahren soll Uerdingen anders aussehen.

Noch ist der Stadtumbau Uerdingen für viele Bürger ein Begriff, mit dem sie wenig Konkretes verbinden. Das wollen die Verantwortlichen ändern. Ein Schritt sollte eine Veranstaltung im Büro der Quartiersmanager in einem der Herbertzhäuser sein. Die Veranstaltung erfreute sich überraschend großen Zulaufs. Mehr als 30 Bürger waren gekommen, um die knapp zweistündige Präsentation nebst Fragerunde zu verfolgen. In dem etwas verwinkelten Raum bedeutete das, dass längst nicht jeder Interessent einen Sitzplatz ergatterten und mancher die Leinwand für den Beamer kaum einsehen konnte. Das aber tat dem Interesse keinen Abbruch. Eifrig wurden Fragen gestellt. In diesen trat vor allem zutage, dass viele der Bürger sich für das Großprojekt, das bis 2025 abgeschlossen sein, soll eine bessere Kommunikation wünschen.

Wurfsendungen über Uerdingen

So schlug eine Besucherin vor, künftig eine Art Flugblätter zu kreieren, die ähnlich einer Postwurfsendung auf die Uerdinger Briefkästen verteilt werden. „Wir planen, wichtige Neuerungen im Internet zu veröffentlichen. Das ist heute der schnellere Weg“, antwortete die bei der Stadt Verantwortliche, Susanne Ruß. Die zumeist älteren Besucher waren von dieser Idee nicht eben angetan und gaben an, zumeist das Internet nicht zu nutzen.

Bei der Präsentation von Ruß und den beiden Quartiersmanagern Regina Hermanns und Dennis Zilske wurde deutlich, wie breit angelegt das Projekt des „Integrierten Handlungskonzepts Uerdingen“ ist.

Fonds mit Geld für die Bürger

Besondere Beachtung fanden zwei Punkte, die für die Bürger wichtig sind: die beiden Verfügungsfonds „14er“ und „17er“. Dabei handelt es sich um Geldtöpfe, mit denen Engagement aus der Bürgerschaft unterstützt und gefördert wird. „Beim „14er“ handelt es sich um einen Investitionsfonds. Dabei werden Projekte zur Verbesserung des öffentlichen Raumes bis 50 Prozent gefördert, erklärte Quartiersmanagerin Hermanns. Der andere Topf, der „17er“ oder Aktionsfornds, bezieht sich auf Veranstaltungen oder Aktionen, Menschen zusammenbringen und Gemeinsamkeit erzeugen.

Geld für Feste und Aktionen

„Beim 17er können Kosten auch zu 100 Prozent übernommen werden. Dabei kann es um viele Veranstaltungen gehen. Das können Straßenfeste sein, Reinigungsaktionen, Workshops oder Kunstprojekte“, erläuterte Zilske. Wichtig sei bei beiden Töpfen, dass Maßnahmen erst nach der Genehmigung der Mittel begonnen werden dürften. Sonst verfalle die Förderfähigkeit sofort.

Geld für Fassaden

Gleiches gelte auch für einen weiteren für die Bürger wichtigen Punkt: Für Häuser innerhalb des Fördergebiets werden Fassaden-Sanierungen gefördert. Dabei gebe es bis zu 30 Euro je Quadratmeter Förderfläche. Es müssen drei Angebote eingeholt werden, von denen das günstigste die Fördersumme bestimme. Der Hausherr sei aber nicht an dieses Angebot gebunden, bekäme aber den Differenzbetrag schlicht nicht gefördert. Wichtig sei hier, dass das Fördergebiet sehr scharf umrissen sei. „Das kann so weit gehen, dass, speziell im Süden des Fördergebietes eine Straßenseite von der Förderung profitiert, die andere nicht“, erläuterte Hermanns. Die Quartiersmanager stehen hier beratend zur Seite.

Das Quartiersbüro vermittelt

„Wir können nur jeden einladen, uns aufzusuchen. Wir unterstützen beim gesamten Prozess und teilen nicht nur Formulare aus“, warb Zilske dafür, dass viele Bürger das Büro Am Markt 5 aufsuchen.

Uerdingen in sechs Jahren

Insgesamt, so stellten die Experten dar, gehe das Konzept aber sehr viel weiter. So solle Uerdingen ein gemeinsames Erscheinungsbild bekommen. Beleuchtung, Straßenbeläge oder andere Gestaltungselemente sollten einheitlich gestaltet werden. Die Innenstadt solle besser an den Rhein angebunden, die Aufenthaltsqualität verbesser werden. Dabei werde auch das geplante Parkraumkonzept eingeschlossen. Noch bleiben die Maßnahmen auch für die Bürger einigermaßen schwammig.

Doch im besten Falle soll Uerdingen in sechs Jahren in neuem Glanz erstrahlen.

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