Krefeld: Was das Orakel dem Süden voraussagt

Krefeld : Was das Orakel dem Süden voraussagt

Bezirksvorsteherin Gisela Brendle-Vierke wagt den Blick in die magische Kugel.

Mit einem Blick in ihre magische Glaskugel hat Orakel "Phytia", alias Bezirksvorsteherin Gisela Brendle-Vierke, den Besuchern des Neujahrsempfangs des Bürgervereins Lehmheide einen satirisch-amüsanten Ausblick auf das neue Jahr gewährt. Erstmals hatte der Bürgerverein zu seiner Traditionsveranstaltung, die viele Gäste anlockte, in den Südbahnhof an der Saumstraße eingeladen, nachdem das Haus der Familie mit seinem Umzug an den Westwall nicht mehr als Treffpunkt im Bezirk zur Verfügung steht.

Auf die Frage, was nun mit dem leerstehenden Gebäude geschehen soll, hatte Phytia eine Antwort parat: Eine große Kita werde dort entstehen, und zwar deshalb, weil man im Krefelder Süden einen Babyboom erlebe: Allein in der Bezirksvertretung seien "ein CDU-Wingender und eine SPD-Geldmacherin" als neue Erdenbürger angekommen. So sei man von Seiten der Stadt gezwungen gewesen, mit dem Bau von gleich zwei neuen Kitas zu reagieren. Bernd Albrecht, Vorsitzender des Bürgervereins, wusste zu kontern: "Ach so, deshalb ist auch keine Genehmigung für ein Seniorenheim an der alten Gladbacher Straße erteilt worden - erst wenn die ersten Mitglieder der Bezirksvertretung einen Pflegeplatz brauchen, gibt es die Erlaubnis zum Abriss des alten Studentenwohnheims", sagte er und hatte damit die Lacher auf seiner Seite.

Zum leidigen Thema Müllcontainer auf der Lehmheide sagte Phytia: "Selbst die Kugel zeigt hier keinen Ausweg - nur ein Schild wird sichtbar, auf dem ich mit viel Mühe lesen kann: "Das Leben in Krefeld ist kein Wunschkonzert, schon gar nicht, wenn der Fachbereich Umwelt sich eines Problems annimmt." Und zum Weggang von Pfarrerin Busmann riet das Orakel dazu, die beliebte Theologin im Klinikum klonen zu lassen und dann vor allem dafür zu sorgen, diesmal einen passenden Mann aus dem Südbezirk zu finden. Busmann war zum Jahresbeginn ihrem frisch angetrauten Ehemann nach Rees gefolgt.

Bernd Albrecht bedauerte die Misstöne rund um den Ausschluss zweier Grundschulen vom Martinszug: "Der Ausschluss war für uns schmerzlich, aber nicht anders in der kurzen Zeit zu machen." Die Reaktionen einiger anonymer Zeitgenossen könne er nicht akzeptieren. Der Bürgerverein werde nun das Gespräch mit den Grundschulen suchen, er fühle sich der Brauchtumspflege verpflichtet. "Wir machen Angebote, und wer sich beteiligen möchte, ist gerne eingeladen."

(RP)
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