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Krefeld: Warnaufkleber gegen Unfälle in "Totem Winkel"

Krefeld : Warnaufkleber gegen Unfälle in "Totem Winkel"

Mit Lkw-Aufklebern will die Landesverkehrswacht Radfahrerunfälle verhindern. Krefeld macht mit.

Eine Serie von Lkw-Unfällen mit Radfahrern in den vergangenen Monaten hat die Krefelder Polizei und die Spediteure alarmiert. Auch die landesweiten Zahlen aus dem vergangenen Jahr sind beunruhigend: 315 Radler sind bei der Rechtsüberholung eines Lastwagens mit diesem kollidiert, dabei kam es zu fünf Toten und 60 Schwerverletzten. Eine neue Aufkleberkampagne soll das Problem jetzt eindämmen — Krefeld ist dabei. Das Projekt stellte jetzt Mathias Schiffmann von der Landesverkehrswacht den Krefelder Vertretern der Verkehrswacht vor.

"Wir haben drei verschiedene Motive entwickelt, mit denen wir direkt an der Unfallstelle die Radfahrer davor warnen, zu eng und vor Kreuzungen an Lastwagen vorbeizufahren. Oft sind es nämlich die Radfahrer, die das Problem verkennen, und nicht die Lkw-Führer", sagt Schiffmann. Zwei der etwa 50 Quadratzentimeter großen Warnhinweise sollen in Form eines Aufklebers auf Lastwagen angebracht werden. Ein weiteres Zeichen ist als Piktogramm vorgesehen.

Das Erste von zwei Aufklebermotiven zeigt an, dass sich der Radfahrer nicht an dem Lastwagen vorbeidrängeln soll. Der zweite Aufkleber mit Warnhinweis ist in Form einer Ich-Botschaft formuliert. "Lass mich vorbei, ich sehe dich nicht", fordern die Lastwagen vom Heck aus. Die Zeichnung auf dem Radfahrerweg soll konkret vor Kreuzungen und an gefährlichen Stellen auf die Gefahr hinweisen. "Es zeigt sich vielfach, dass Lastwagen- und Busfahrer latent überfordert sind. Sie können die Radfahrer oft einfach nicht sehen, trotz zusätzlicher Spiegel und technischer Hilfsmittel. Deshalb müssen wir die Radfahrer erreichen", erklärte Schiffmann. Die Landesverkehrswacht hat jetzt 65 regionale Verkehrswachten angeschrieben und hofft auf eine breite Akzeptanz des Projekts. Hartmut Könner, Leiter des Arbeitskreises "Krefelder Fairkehr", ist von der Aktion angetan. "Das ist direkte Unfallprävention vor Ort, nicht nur in der Theorie. Die Aufkleber übernehmen wir, das Piktogramm würde das Krefelder Straßenbild aber überladen." Für die Umsetzung werde man jetzt Kooperationspartner suchen, etwa SWK oder TÜV.

(RP)