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Vorstoß der FDP Krefeld für Dauergenehmigung von Muezzin-Ruf

Religion

FDP: Vorstoß für Dauergenehmigung von Muezzin-Ruf

Krefeld Die Liberalen arbeiten auf eine Gleichsetzung von Muezzinruf und Glockenläuten hin. Schon 2012 haben sie einen Vorstoß in diese Richtung gemacht. Zurzeit ist der öffentliche Muezzin-Ruf wegen Corona ausnahmsweise zugelassen.

(vo) Die Krefelder FDP will den Muezzin-Ruf zum Thema im Rat machen. Die Liberalen möchten im Rahmen einer Anfrage wissen, auf welcher Rechtsgrundlage der muslimische Gebetsruf nur so lange genehmigt wird, wie Moscheen, Kirchen und Synagoge geschlossen sind. Die Liberalen wollen offenbar erreichen, dass der Muezzin-Ruf dem Läuten von Kirchenglocken gleichgesetzt und dauerhaft genehmigt wird. Einen solchen Vorstoß hatte die Fraktion bereits 2012 gemacht. Im Falle des muslimischen Gebetsrufes sei „sowohl aus immissionsrechtlicher wie aus Sicht der Religionsfreiheit keine andere Beurteilung vorzunehmen wie bei der Einordnung christlichen Glockengeläutes. Deshalb hinterfragen wir die Befristung der Genehmigung für Gebetsrufe", erklärte jetzt der FDP-Fraktionsvorsitzender Heitmann.

 Hintergrund: Zurzeit darf der Muezzinruf erstmals in der Geschichte Krefelds öffentlich erfolgen, und zwar so lange, wie die Gotteshäuser aller Religionen wegen Corona geschlossen sind. Christen und Juden waren damit einverstanden. Die Liberalen fragen für die Ratssitzung am 5. Mai auch an, ob es  Einwände im Hinblick auf das Bundesimmissionsschutzgesetz gebe und ob Anträge oder Anfragen vorlägen, parallel zum Läuten von Kirchenglocken auch den muslimischen Gebetsruf generell zuzulassen.

Viele Kommunen haben den Muezzin-Ruf für die Schließungsphase der Gotteshäuser zugelassen – als Zeichen der Solidarität mit den Gläubigen, die nicht mehr gemeinsam ihren Glauben pflegen können. In Krefeld habe dies bislang nur vereinzelt zu Beschwerden über Lärmbelästigung geführt, berichtete die Stadt. Insbesondere sei es nicht, wie in anderen Städten, zu Menschenaufläufen gekommen, die  dem Kontaktverbot zuwidergelaufen sind.

(vo)