Krefeld: Vorsitzende eines Bürgervereins zeigt Exhibitionisten an

Krefeld : Vorsitzende eines Bürgervereins zeigt Exhibitionisten an

Die Vorsitzende einer Bürgervereinigung ließ einen Exhibitionisten auffliegen. Der 60-Jährige landete gestern vor Gericht, weil die Frau ihn angezeigt hatte. Zur Untermauerung der Vorwürfe hatte sie ihren Mann gebeten, den Täter zu filmen.

Vor dem Amtsgericht gab es daher eindeutige Aufnahmen zu sehen, die den Mann auf einer Bank am Bismarckplatz zeigten. Auf die Frage des Richters, ob das seitdem wieder vorgekommen ist sagte die 70-Jährige: Es gebe nun keine Bänke mehr.

Nicht an fehlender Sitzgelegenheit, sondern an seiner Einsicht liege es, dass er nicht mehr aufgefallen sei, gab der Angeklagte an. Es sei ihm nicht wichtig gewesen, Zuschauer zu haben, behauptete er. Bei der Polizei hatte er angegeben, dass er den Eindruck hatte, viele Frauen sähen gerne zu. Dennoch könnten sie eigentlich nichts gesehen haben, weil er sich immer bedeckt habe, wenn sich jemand näherte. Das sah auf den Videoaufnahmen anders aus.

Die Zeugin sagte, sie sei in den vergangenen Monaten und Jahren immer wieder von Passanten auf das Treiben des Angeklagten angesprochen worden. Dem habe sie ein Ende setzen wollen, weil sich sonst niemand traute. Einmal habe sie mit einer ganzen Gruppe in der Nähe gestanden, als es passierte. Nein, das könne sie in ihrem Alter nicht mehr schockieren, sagte die 70-Jährige auf Nachfrage. Sie habe aber um jeden Preis verhindern wollen, dass Schulkinder so etwas mit ansehen müsse. Auch älteren Menschen habe sie den Anblick ersparen wollen. Im April war es dann wieder einmal so weit, in der Mittagszeit, als viele unterwegs waren. Eine Anwohnerin habe gesagt: "Da sitzt er wieder". Ihr Ehemann reagierte schnell und griff zur Kamera.

Wegen exhibitionistischer Handlungen in zwei Fällen verurteilte das Gericht ihn zu einer Geldstrafe von 4200 Euro. Er ist bereits einschlägig vorbestraft.

(BL)
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